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Kommunalpolitik im Regen

sonntags Anzeiger, 15. August 2010

Die 17. Tour de Glos, ein Jahr nach dem Bundestagswahlkampf, war zum Schluss phasenweise recht prickelnd. Denn der Himmel über Wiesenbronn (Landkreis Kitzingen) hatte am Sonntagnachmittag seine Schleusen geöffnet und ließ die über 150 Wanderer mit ihrem Leitwolf MdB Michael Glos zu den Schirmen statt zum Wanderstock greifen.

Los ging die Wanderung zunächst am Samstagmittag, 7. August, in Handthal (Markt Oberschwarzach) unterhalb der Stollburg nach Geusfeld und mit der stellvertretenden CSU-Generalsekretärin Dorothee Bär wieder zurück zum Startpunkt Handthal. Tags darauf führte der Weg dann von Wiesenbronn auf den Schwanberg bei Rödelsee. Zu den Wanderern hatte sich wieder reichlich Prominenz gemischt, von der Europaabgeordneten Dr. Anja Weisgerber angefangen über MdB Dr. Otto Hünnerkopf und andere. Beim Anstieg auf den Schwanberg kam die Gruppe gut ins Schwitzen, da kam die Abkühlung von oben in Form von Regen ganz recht.

Die Stimmung hatte es nicht getrübt und bei so viel politischen Themen, von der kleinen Kommunalpolitik bis zur großen Bühne in Berlin, ging auch der Redestoff zu keinem Zeitpunkt aus. Mancher Wandervogel war so ins Gespräch vertieft, das er fast die schöne Aussicht vom Schwanberg, wo man über die Weinberge und fränkischen Ebenen bis hin zum Kreuzberg sehen kann, verpasst hätte. Die „Glos-Wanderungen“ zeichnen sich seit jeher dadurch aus, dass es locker zugeht, man unverblümt seine Meinung sagt und auch mal ganz „unpolitisch“ daherredet. Das war auch die Intention dieser Wanderungen von Anfang an, erklärte Ilse Glos, die Gattin des Ex-Wirtschaftsministers: „Der Kontakt mit dem Bürger, fern von den nüchternen Parteiveranstaltungen.“
Und bei den Glos-Wanderungen gibt es auch immer wieder überraschende, kreative Momente. Etwa als Uwe Deller, ein Mitarbeiter von Opel Rüsselsheim, spontan im Nebenzimmer des „Schwanberg-Cafés“ als Tenor seinen Gruß an die Sonne entrichtete und später noch mal in der Kirche St. Michael der Communität Casteller Ring beim Ave Maria brillierte.

Nach dem Abstieg ging es noch auf ein kühles Bier in das „Kellerhäusle“ von Reinhard Hüßner, dem vielseitig engagierten Leiter des Mönchsondheimer Kirchenburgmuseum. Der passionierte Akkordeonspieler motivierte die Wandergruppe noch das Frankenlied zu singen.

Über Michael Glos sagte er: „Ein großer fränkischer Mann, der Glos´er Michel. Der mit beiden Füßen am Boden steht, so wie wir Franken uns das wünschen!“