Saale-Zeitung, 17, Februar 2009
Landwirte stöhnen über zu viel Papierkram MÜNNERSTADT. Gut mehr als das Doppelte an Besuchern hätte noch Platz gefunden im großen Saal des „Hauses der Begegnung“, als Anja Weisgerber über die EU-Pflanzenschutznovelle und weitere Themen referierte und zu noch viel mehr Themen dann auch direkt Antwort auf Fragen gab. Auf Einladung der Arbeitsgemeinschaften Landwirtschaft der Landkreise Rhön-Grabfeld und Bad Kissingen war die EU-Abgeordnete in die Vorrhön gekommen und hatte hier auch Betriebe und eine Biogasanlage bei Bad Königshofen besichtigt. In Begleitung der Kreisverbands-ARGE-Vorsitzenden Hubert Dörr (Rhön-Grabfeld) und Manfred Greubel (Bad Kissingen) kam die Eu-Parlamentarierin nach Maria Bildhausen, wo sich ca. 50 interessierte Bürger, zumeist aus dem Fleisch produzierenden und verarbeitenden Gewerbe eingefunden hatten. Hubert Dörr führte in seiner Begrüßung an, dass heutzutage immer mehr Bürokratismus die Landwirte und Handwerksbetriebe überfordere. In ihrem informativen Referat ging Dr. Weisgerber insbesondere auf die Pflanzenschutznovelle, der Verordnung über das Inverkehrbringen von Pflanzenschutzmitteln und die Richtlinie über die den nachhaltigen Einsatz selbiger ein. Insbesondere wurde erreicht, dass Europa in drei Zulassungszonen eingeteilt und so bessere Umsetzungen nach geographischen Regionen möglich sind. Weiter referierte sie über die neuen Hygieneregeln, die schon ab 2009 Gültigkeit haben und viele Betriebe auch in unserer Region beträfen. Von der engagierten und interessierten Zuhörerschaft wurde die Behebung des überbordenden Bürokratismus und Verwaltungs-Wahnsinns in deutschen Behörden gefordert. Denn dieser erschwere Unternehmern und Kommunen die Umsetzung zusätzlich. In der sehr engagierten Diskussion ging die EU-Abgeordnete auf die Fragen und Klagen ausführlich ein. Sie bestätigte, dass auch nicht Landräte und Abgeordnete die „verrückten“ Beamten mit ihren Gesetzsausführungsvorschriften in den Griff bekämen. Es sei Aufgabe aller Politiker, den Fachbeamten mehr auf die Finger zuschauen, so Landrat Thomas Habemann in der Diskussion.