Saalezeitung
CSU-Tagung befasste sich mit drängenden Energieproblemen und der demographischen Entwicklung
BAD BOCKLET. Die demographische Entwicklung und die Energiepolitik standen im Mittelpunkt einer Veranstaltung des CSU Arbeitskreises Umwelt. Referenten waren Professor Dr. Alfred Voss (Stuttgart) und Axel Adrian (Nürnberg). Hintergrund dieser Tagung war das neue CSU-Grundsatzprogramm.
Dr. Horst Dieter Koller, der Vorsitzende des CSU-Arbeitskreises Umwelt, hatte Experten sowie die Vorsitzenden von Junge Union, Frauen Unon, Senioren Union und der Kommunalpolitischen Vereinigung eingeladen. Vertreten waren die Landkreise Rhön-Grabfeld, Hassberge, Schweinfurt, Würzburg und Main-Spessart. Mit dabei waren auch die Europaabgeordnete Dr. Anja Weisgerber, Landtagsabgeordneter Otto Hünnerkopf und Bundespolitiker Eduard Lintner.
„Die Politik ist falsch“
Adrian, Vorsitzender des Netzwerkes „Polis“ stellte bei seinem Thema „Die demographische Entwicklung“ fest, dass laut Umfrage die Deutschen mehr Kinder wollen. Dass dieser Wunsch nicht erfüllt werde, liege an der falschen Politik. Denn es könne nicht sein, dass eine Familie mit zwei oder drei Kindern unter der Armutsgrenze leben muss.
Adrian behauptet, dass die eigentliche Ursache der Arbeitslosigkeit die fehlenden Kinder seien. Waren frührer nur acht Prozent der Bevölkerung kinderlos, sind es heute 32 Prozent. Damit das Gleichgewicht von Geburten und Sterbefällen wieder vorhanden ist, müssten jährlich 300 000 bis 400 000 Kinder mehr geboren werden. Frankreich habe durch die Änderung seiner Politik gezeigt, dass es geht, und habe diesbezüglich keine Probleme mehr. In Amerika gebe es mit dem Nachwuchs gar keine Sorgen.
Strom ist viel zu teuer
Wenn in Deutschland 40 Prozent der Rente über Steuern finanziert werden, sei dies ein Alarmzeichen. Spätestens 2035 breche das Gemeinwesen zusammen, die Verschuldung steige ins Unermessliche. Die Auswirkungen seien schlimmer als jede Naturkatastrophe. Adrian behauptet auch, dass den Politikern der Mut fehle, sich von ihrer Ideologie zu lösen. Sein Motto: Keine neuen Schulden mehr und Subventionen streichen. Dafür massive Besserstellung der Familien mit Kindern in allen Bereichen.
Beim Vortrag über die „Zukünftige Energieversorgung“ von Professor Voss wurde deutlich, dass Energie in Deutschland zu teuer sei. Das dämpfe die Konjunktur immer wieder. Auch er kritisierte, dass die Energiepolitik sich noch nicht von Ideologien lösen könne. Das betreffe nicht nur die Kernenergie sondern auch die Kohlesubventionen.
Der Aufwand für die Energiegewinnung sei viel zu hoch. Die Kraftwerke seien veraltet. Es werde zu wenig Geld für die Erforschung künftiger Energiequellen ausgegeben. Selbst wenn die Erzeugung erneuerbarer Energie von derzeit fünf auf 30 Prozent steige, so bleibe noch ein breites Feld für die Erzeugung zukünftiger Energien.
Professor Dr. Voss sieht bei der Energieerzeugung zu viel Kapitalverschwendung. Nicht nur Kernenergie, auch die Kohleindustrie sei ein schwieriges Thema. In Deutschland kostet die Kohle dreimal so viel wie auf dem Weltmarkt und sei daher nicht wettbewerbsfähig.
Professor Dr. Alfred Voss ist sich mit vielen Wissenschaftlern einig, dass die Endlagerung von abgebrannten Kernelementen im Innern der Erde verantwortbar sei. Eine Änderung der gegenwärtigen Energiepolitik sei nicht erkennbar. Nicht nur in der Nachbarschaft, sondern auf der ganzen Welt würden neue Kernkraftwerke gebaut.