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Kein Streit um die Nachfolge

Neue Presse, 04. Oktober 2010

Nachdem kürzlich die Spekulationen um die Nachfolge von Landrat Rudolf Handwerker und mögliche CSU-Bewerber öffentlich in Gang gesetzt worden war, reagierte der Kreisvorsitzende der Christ-Sozialen, Steffen Vogel (Theres), bei der Delegiertenversammlung der Haßberg-CSU am Freitagabend in der Königsberger Stadthalle während seines Rechenschaftsberichts mit einer kurzen Stellungnahme darauf. Dies war der spannendste Moment der fast dreistündigen Abendveranstaltung. Es wurde nahezu totenstill im Saal.

Vogel wies die Vermutung deutlich zurück, dass sich bereits dreieinhalb Jahre vor der nächsten Kommunalwahl ein parteiinterner Machtkampf um den Chefsessel im Landratsamt entfacht habe. Es gebe keine "Lagerbildung" bei der Kandidatensuche. "Wir als CSU haben im Vergleich zu anderen Parteien den Luxus, mehrere geeignete Leute für hohe Ämter zu haben", stellte Steffen Vogel fest. Zwischen den Kandidaten, die in der Öffentlichkeit derzeit genannt würden, "passt kein Blatt Papier", so der Vorsitzende wörtlich.

Die CSU werde die Frage, wer Landratskandidat oder Kandidatin werde, ohne Streit lösen. Weder werde man sich dabei von außen hereinreden, noch verunsichern lassen. "Am Ende wird die Person aufgestellt, von der wir glauben, dass sie den höchsten Rückhalt in der Bevölkerung hat", beschrieb Vogel das wichtigste Kriterium zur Entscheidungsfindung.

In sechs Regionalkonferenzen, die demnächst starten, werde der CSU-Kreisverband das Thema Kommunalwahl anpacken, kündigte Steffen Vogel an. "Beim letzten Mal haben wir Stimmen verloren. Wir müssen wieder zulegen", forderte er die Mitglieder zu mehr Aktivität auf. "Politik muss dort passieren, wo die Menschen sind."

Vogel wünschte sich mehr Stellungnahmen von den CSUlern zu lokalen Themen, an denen es nicht mangele. "Wir brauchen mehr Schwung", rief er den Delegierten zu. Jeder Ortsverband solle mindestens zwei Veranstaltungen im Jahr anbieten. Gezielt möchte der Parteichef daher in die Förderung der Mitglieder investieren. Öffentlichkeitsarbeit- und Rhetorikseminare seien im Angebot, ebenso zahlreiche Fachvorträge zu den Herausforderungen des ländlichen Raums und anderen "Brennpunktthemen".

Zur Mitgliederentwicklung zeigte sich der Vorsitzende zufrieden: 142 neue Bürger hätten sich im letzten Jahr für das Mitmachen in der Kreis-CSU entschieden, wenngleich es 35 Austritte und 40 Sterbefälle gegeben habe.

"Ich halte nichts von Schönrednerei", sagte Vogel und warnte vor Stillstand beim Mitgliederzuwachs. Derzeit zähle man knapp 2000 CSUler im Landkreis, weshalb sich die Partei "größte Bürgerinitiative in den Haßbergen" nennen dürfe.

68 Veranstaltungen, Sitzungen, Tagungen, Mandatsträgerbesuche und Bürgersprechstunden habe der Kreisverband im letzten Jahr auf die Beine gestellt. Gerade die Bürgersprechstunden der Abgeordneten Dr. Anja Weisgerber (MdEP), Dorothee Bär (MdB) und Dr. Bernd Weiß (MdL) sowie die von Bezirksrat Siegmund Kerker und Kreisvorsitzendem Steffen Vogel würden blendend angenommen. Erfreulich sei zudem die Wiederbelebung der CSU-Arbeitnehmergemeinschaft an der Spitze mit dem Betriebsratsvorsitzenden der Fränkischen Rohrwerke, Günther Jackl, gewesen.

Vogel bat darum, sich bereits jetzt Gedanken für die parteiinternen Vorstandswahlen in den Ortsverbänden zu machen, die im Frühjahr anstünden. "Die Leute, die dann in Verantwortung stehen, müssen auch die Kommunalwahlen vorbereiten."