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Kein Klebefleisch

Bayernkurier, 29. Mai 2010

Lachs- oder Nussschinken werden als Delikatesse angeboten. Kaum ein Verbraucher weiß jedoch, dass es sich hierbei meist um zusammengeklebte Fleischstücke handelt. „Irreführung und Verbrauchertäuschung nehmen immer weiter zu. Rohes Fleisch zusammenzukleben und dann als hochwertiges Produkt zu verkaufen – das darf nicht sein“, kritisiert die verbraucherpolitische Sprecherin der CSU-Europagruppe, Anja Weisgerber, die Praxis vieler Hersteller, billige Fleischreste als Schinken zu verkaufen. Aus dem Grund hat das Europaparlament jetzt gegen den Vorschlag der Europäischen Kommission, das Enzym Thrombin als Lebensmittelzusatzstoff zuzulassen, gestimmt. „Damit würden wir es den Herstellern noch einfacher machen“, so die unterfränkische Europapolitikerin. „Darum habe ich für das Verbot des Fleisch-Klebestoffs gestimmt.“ Zwar gilt das Enzym als gesundheitlich unbedenklich. Aber mit Blick auf die Verbraucher lehnt Weisgerber eine Verwendung dennoch ab. Denn Thrombin könne oft nur schwer nachgewiesen werden, so dass die Gefahr bestehe, dass die Produkte entgegen der Vorgabe der Europäischen Kommission nicht gekennzeichnet würden, erläutert Weisgerber: „Verbraucherinteressen sollten immer an erster Stelle stehen.“