Fränkischer Tag, 12. November 2010
Ehrenabend Die CSU und die Frauenunion in Ebern zeichneten langjährige und verdiente Mitglieder aus. Einige Urgesteine, die schon 50 Jahre dabei sind, wurden besonders gewürdigt. Die Europaabgeordnete Anja Weisgerber will "Europa zu den Bürgern bringen".
Was bewegt einen Menschen dazu 25, 30, 35, 40 oder gar (über) 50 Jahre einer Partei die Treue zu halten? Georg Kaiser, selbst seit 50 Jahren bei der CSU Ebern sagt "wenn man was anfängt, dann sollte man dazu stehen".
Interessen am Besten aufgehoben
Er selbst hatte sich damals, mit 21 Jahren, für die CSU entschieden, weil er seine Interessen dort am Besten aufgehoben sah. Eine Junge Union gab es damals noch nicht, erzählt er, und der CSU-Ortsverband in Unterpreppach war sehr stark. Über die Jahre hinweg hat es zwar immer mal wieder Zeiten gegeben, besonders wenn in der großen Politik Uneinigkeit herrschte, in denen er sich gefragt hat "warum?" und "muss ich mir das antun?", aber letzten Endes wollte er vor Ort, besonders für seine "kleine Ortschaft" Unterpreppach, etwas bewegen.
"Nur durch Kompromisse kann man das Beste für die Bevölkerung herausholen" sagt Georg Kaiser.
In seiner Zeit als Stadtrat war ihm nach eigenem Bekunden auch immer wichtig, sich demokratisch alle Meinungen anzuhören und zu allen Fraktionen einen guten Draht zu haben, wie er sagt. Dieses Engagement über viele Jahre hinweg brauche jede Organisation. Aber nicht nur solche sehr aktive Mitglieder, auch Menschen die einfach "die Fahne hoch halten" seien wichtig für jede Gruppierung. Darin waren sich Gabriele Rögner, Vorsitzende der CSU Ebern, Adelgunde Schmitt, Vorsitzende der Frauen Union und Anja Weißgerber, Abgeordnete im Europaparlament, beim Ehrenabend von CSU und Frauenunion (FU) in Ebern einig. "Die Demokratie lebt von der Beteiligung " brachte Weisgerber es auf den Punkt.
Weisgerber will "Europa zu den Bürgern bringen"
Deshalb standen die Geehrten am Donnerstagabend im Mittelpunkt. Ohne das Engagement der verdienten Mitglieder wäre vieles nicht so, wie es heute ist, so Weisgerber. Sie versuche, mit Ihrer Arbeit in Europa den Menschen, besonders im ländlichen Raum, etwas davon zurückzugeben und "Europa zu den Bürgern zu bringen". Um die Arbeitsplätze vor Ort zu fördern, unterstütze sie das Anliegen der Stadt Ebern die Finanzkasse nach Ebern zu holen. Schriftlich habe ihr Finanzminister Fahrenschon mitgeteilt Ebern sei "vorgemerkt". "Wir Europaabgeordnete können nur das Haus Europa bauen, Sie, die Bürger können es mit Leben füllen", machte Weisgerber ihren Zuhörern klar.
Fragen zu allen Bereichen
"Ich habe nur gute Nachrichten für Sie" antwortete sie auf die Frage nach dem schnellen Internet auf dem Land und zum Problem der Abwanderung gerade gut ausgebildeter Jugendlicher in die Städte und Ballungszentren. Sie sprach von großem Engagement der Europa-Politik. Die Fragen zu europäischen Reglementierungen, mit denen sie konfrontiert wurde, reichten vom Salzgehalt im Brot bis zu den Beipack-Zetteln bei Medikamenten. Auch die Giftstoffe in Kinderspielzeug wurden angesprochen.
Geehrt wurden:
CSU:
für 25 Jahre:
Ursula Batzner, Paul Büttner, Robert Herrmann, Robert Reuter, Maria Stahl, Walter Steinert und Alfred Walz
für 40 Jahre:
Bruno Deublein, Werner Dietz, Walter Einwag, Heinz Lösslein, Ulrich Süppel
für 50 Jahre:
Willy Benz, Franz Geuß, Günther Hennemann und Georg Kaiser
Frauenunion:
für 30 Jahre:
Luise Spitlbauer, Maria Suhl und Barbara Dressel
für 35 Jahre:
Inge Maurer und Elisabeth Geuß