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JU Unterfranken reiste drei Tage nach Brüssel: Politik und Stadtrundfahrt

Haßfurter Tagblatt, 17. April 2009

Nachdem die JU in den vergangenen Jahren bereits in Hamburg, Prag, Straßburg und Berlin gewesen ist, hat JU-Bezirksvorsitzender Steffen Vogel in diesem Jahr eine Fahrt nach Brüssel organisiert. Für drei Tage haben die Haßbergler der Europaabgeordneten Dr. Anja Weisgerber bei ihrer Arbeit über die Schultern geschaut und sich über die EU informiert.

Weisgerber, selbst stellvertretende Bezirksvorsitzende der Jungen Union, hatte tolle Gesprächspartner organisiert. So nahmen sich der ehemalige Vizepräsident des EU-Parlaments, Dr. Ingo Friedrich, der CSU-Spitzenkandidat für die Europawahl, Markus Ferber, die Europaabgeordneten Manfred Weber und Martin Kastler Zeit. Politischer Höhepunkt war zweifellos der Empfang der Delegation bei der EU-Kommission durch den deutschen Kommissar Günther Verheugen, der sogar Vizepräsident der Kommission ist und damit der zweite Mann in der EU.

In seiner Einführung machte Verheugen deutlich, dass er eigentlich keine Besuchergruppen empfange. Über alle Parteigrenzen hinweg - Bekanntlich ist Verheugen bei der SPD - habe er dies aber für Anja Weisgerber doch getan.

Eine Stunde lang diskutierten die JUler mit Verheugen und Weisgerber über die Wirtschafts- und Finanzkrise. "Noch nie gab es einen so tiefen Absturz in so kurzer Zeit", so der Kommissar. Nach Verheugens Ansicht müsse der Staat aber vorsichtig mit Hilfsmaßnahmen und mit der Verteilung staatlicher Gelder sein, da dies eine Verzerrung des Marktes und damit eine Schwächung der gesunden Unternehmen wäre.

Im Hinblick auf die vielfach geäußerte Kritik an der EU-Bürokratie entgegnete Verheugen, dass die Stadt München mehr als doppelt so viele Mitarbeiter habe wie die gesamte EU-Kommission. Die Krise zeige aber, dass man eine solche globale Krise nur gemeinsam schultern und nicht jeder Nationalstaat für sich alleine agieren könne.

In der Diskussion machte Weisgerber deutlich, dass sie einen Beitritt der Türkei zu EU ebenso ablehne wie die schnelle Aufnahme neuer Mitglieder überhaupt. "Die EU muss sich nach der Osterweiterung erst konsolidieren", so Weisgerber.

Neben der großen Politik blieb den Haßberglern noch viel Zeit um Brüssel und die Umgebung kennen zu lernen. Das Rahmenprogramm war toll: So stand eine Stadtrundfahrt mit Rundgang, eine Besichtigung des Parlaments mit Besuchertribünen ebenso auf dem Programm wie ein europäischer Abend in der bayerischen Landesvertretung, sowie. Auch ein Gang durch das weltbekannte Atomium, das Wahrzeichen der Stadt von der Weltausstellung 1958 gehörte zum Programm. Den Abschluss bildete ein Abstecher in die historische Stadt Loeven.

Insgesamt zeigten sich die Reiseteilnehmer wieder begeistern von der Informations- und Bildungsfahrt. Vogel stellte in Aussicht nochmals eine Fahrt zu organisieren. Ziel könnte dann Dresden oder vielleicht sogar Wien sein.