Auszüge aus Mainpost, 5. März 20009
Landwirtin muss Prämie nicht zurückzahlen
RAMSTHAL (as) Monatelang bangte Landwirtin Petra Schaub um die Existenz ihres Betriebs. Zusätzlich belastete sie ein anonymer Briefschreiber, der sie und ihre Familie massiv beschimpfte nach ihrem Auftritt in der Bürgersendung vom Bayerischen Rundfunk "Jetzt red i, Europa" (wir berichteten). Nun kann Petra Schaub aufatmen: Sie muss die 21000 Euro Betriebsprämie nicht an die EU zurückzahlen, ihr Betrieb ist gerettet. Zu verdanken hat sie die Wiederaufnahme des Prüfverfahrens der Europaabgeordneten Anja Weisgerber (CSU).
Am Freitag wird die Europaparlamentarierin den Hof besuchen und über das erfolgreiche Prüfverfahren berichten. Zur Vorgeschichte: Petra Schaub führt mit ihrem Bruder den vom Vater gepachteten Hof. Die beiden bewirtschaften 90 Hektar und betreiben eine Ferkelzucht mit 50 Muttersauen und 350 Schweinchen. Der Betrieb gehört zu einem ökologischen Anbauverband. Strenge Auflagen regeln die Ernährung der Tiere und Anbaubedingungen. Deshalb konnte nichts gegen die Unkräuter gespritzt werden, die im verregneten Jahr 2005 die aufkeimenden Erbsen unterdrückten. Die Landwirtin säte folglich Senf als Stütze für die Erbsen aus. Zuvor hatte sie einen Subventionsantrag bei der Europäischen Union gestellt und mitgeteilt, in welchem Verhältnis sie Getreide und Erbsen anbauen wolle. Denn für den Erbsenanbau wird zusätzlich zur Betriebsprämie eine Proteinprämie gezahlt. In dem Antrag stand auch, dass Änderungen in der Aussaat sofort gemeldet werden müssen.
Dies hat Schraub versäumt. Nun entdeckten Kontrolleure vom Amt für Landwirtschaft, dass die Anbauzahlen nicht stimmten. Zu der entgangenen Eiweißprämie in Höhe von 2000 Euro flatterte dann noch die Aufforderung zur Rückzahlung der gesamten Betriebsprämie in Höhe von 21000 Euro ins Haus.
"Das hätte unseren Familienbetrieb ruiniert", sagt Schraub. [...]