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Jahrgang 2012: fruchtig und harmonisch

MainPost, 18. September 2012

Nicht biblische sieben, sondern nur zwei magere Jahre haben mit der Weinlese jetzt ein Ende: Bayerns Landwirtschaftsminister Helmut Brunner eröffnete am Dienstag in der Retzstadter Weinlage „Langenberg“ (Lkr. Main-Spessart) offiziell die Weinlese des Jahrgangs 2012. Dabei wanderten in den Tagen vorher schon rund 300 000 Liter Traubenmost in die Tanks, nämlich für Federweißen und Federroten.

Der Minister aus dem eher vom Bier geprägten Bayerischen Wald zeigte sich gut informiert über das, was in den kommenden Wochenenden zunächst das Herz der Winzer, danach um so mehr den Gaumen der Weinfreude erfreut. „Der Jahrgang 2012 wird Spitzenweine hervor bringen, die sich auszeichnen durch Harmonie und Fruchtigkeit.“ Besonders der warme Spätsommer mit seinen kühlen Nächten habe die Trauben gesund und mit aussagekräftigen Oechslegraden reifen lassen. Sie lagen bereits in der ersten Septemberwoche bei Werten wie 2009. Und das sei bekanntlich ein äußerst guter Jahrgang gewesen. Besonders beim Riesling und der fränkischen Traditionssorte Silvaner, aber auch bei den Rotweinen seien allerhöchste Qualitäten zu erwarten.

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Steillagen typisch für die Region

Zum Schluss seiner Bemerkungen appellierte Minister Brunner an die Politik, vertretbare und faire Rahmenbedingungen für den fränkischen Weinbau zu schaffen beziehungsweise zu erhalten. Brunner nannte dabei besonders das Steillagenprogramm. Er tat dies auch mit einem deutlichen Blick auf seine Landtagskollegen Eberhard Sinner (CSU), Harald Schneider (SPD) und Günter Felbinger (Freie Wähler), aber auch auf die CSU-Europa-Abgeordnete Anja Weisgerber. Gerade Steillagen verleihen nach des Ministers Worten der fränkischen Weinkulturlandschaft ihr typisches Gesicht.

Große Erwartungen legte auch Weinbaupräsident Artur Steinmann gerade in die späten Sorten wie Riesling, Silvaner und blauer Spätburgunder. Wenn das Wetter mitspiele, brächten diese hoch reife Trauben und damit hochkarätige Weine.

Steinmann machte vor den vielen geladenen Gästen aus Weinbau, Politik und Weinwirtschaft deutlich, dass der Wein als Kulturgut bei der Bevölkerung „angekommen“ sei. Seit jeher seien die Winzer also schon Kulturschaffende. Das gelte auch oder besonders für die rund 3000 Nebenerwerbswinzer.

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