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Injektionsnadeln: Schutz von Ärzten und Pflegepersonal ist Ländersache

Ärzteblatt

Straßburg – Eine europaweit verbindliche Einführung von Injektionsnadeln, die sicher vor Infektionen, zum Beispiel mit dem HI- oder Hepatitis-Viren, schützen, soll es nun doch nicht geben. Das Europaparlament (EP) entschied heute in Straßburg, es jedem einzelnen Land zu überlassen, welche Vorschriften es zum Schutz von Ärzten, Pflegepersonal und Rettungssanitätern erlassen will.

Ende April hatte der Sozialausschuss des EP gefordert, für den Human-, Zahn- und Veterinärmedizinischen Bereich die Verwendung spezieller Sicherheitsnadeln EU-weit vorzuschreiben. Zahlreiche Länder verwiesen jedoch auf die hohen Kosten für die sicheren Injektionsnadeln. Die Systeme sind zum Teil doppelt so teuer wie die herkömmlichen. Auch argumentierten die Abgeordneten in Straßburg, dass das Infektionsrisiko durch eine gezielte Unterweisung im richtigen Umgang mit Injektionsnadeln sowie einen ausreichenden Impfschutz gegen bestimmte Erreger ebenfalls signifikant gesenkt werden kann.

„Sinn macht eine verbindliche Vorschrift ausschließlich für Berufsgruppen mit einem besonders hohen Infektionsrisiko, wie Ärzte und nichtmedizinisches Fachpersonal in der Notaufnahme oder im Rettungsdienst“, sagte die CSU-Europaabgeordnete Dr. Anja Weisgerber. In Deutschland soll ein entsprechendes Gesetz noch vor Ende des Jahres in Kraft treten. /ps