Die Kitzinger
Beim Europa-Abend der CSU stellt sich die unterfränkische Kandidatin Dr. Anja Weisgerber vor – Abgeordnete Ursula Schleicher wirbt für hohe Wahlbeteiligung der Bevölkerung
Glückwünsche auf dem Weg ins Europa-Parlament erhielt die unterfränkische Kandidatin der CSU, Anja Weisgerber, von der scheidenden Europa-Parlamentarierin Ursula Schleicher.
Obervolkach (ke). Für eine hohe Beteiligung an der Europa-Wahl am 13. Juni warb beim Europa-Abend der CSU Ursula Schleicher. Zudem stellt sich dem rund 100 Gästen die neue Kandidatin aus Unterfranken für das Europa-Parlament. Anja Weisgerber, vor. Begrüßt wurden die beiden Damen der Politik unter anderen von Ortsvorsitzender Gerlinde Martin.
Wie Schleicher sagte, wird das Europa-Parlament in 25 Staaten gleichzeitig direkt vom Volk gewählt. Die Parlamentarier stünden in der Verantwortung für Europa, würden aber gleichzeitig die regionalen Interessen vertreten.
Die erweiterte Union, zu der am 1. Mai dieses Jahres zehn weitere Staaten beigetreten sind, zähle bereits 25 Mitgliedsstaaten. Deren Anteil an der Weltbevölkerung im Jahre 2020 schätzte Schleicher auf weniger als fünf Prozent.
Das Problem des Schrumpfens der Bevölkerung verlaufe in mehreren Staaten der EU ähnlich wie bei uns. Deshalb sei eine gemeinsame Sozialpolitik, die es wegen der unterschliedlichen Sozialsysteme nicht gibt, ein dringendes Anliegen für die Zukunft.
Ein weiteres drängendes Problem in der EU sei die Argrarpolitik. Diese werde immer noch von den 25 Landwirtschaftsministern bestimmt und unterliege nicht der Gesetzesgewalt des Europäischen Parlaments.
Den Staaten und deren Führungspolitikern warf Schleicher vor, "zu wenig europäisch" zu denken. Auch zweifelte sie die Fähigkeiten vieler Entscheidungsträger an. So sei die Vorarbeit für eine Europäische Verfassung viel zu langsam voangebracht worden.
Die komplizierten Mechanismen der europäischen Gesetzgebung bremsten die Einheit Europas und verunsicherten nicht zuletzt die neuen Mitglieder.
Für eine Wiederwahl steht Ursula Schleicher nach 25-jähriger Arbeit im Europa-Parlament nicht mehr zur Verfügung. Sie wünschte der neuen Kandidatin der CSU Unterfranken, Dr. Anja Weisgerber, alles Gute auf dem Weg dahin.
Weisgerber sieht in der Osterweiterung und der europäischen Verfassung enorme Herausforderungen. Es gelte, die Chancen zu nutzen, denn "Wirtschaftswunder und Sintflut liegen nahe beisammen". Als Vertreterin der jungen Generation will die 28-jährige Rechtsanwältin diese Chancen für ihre Heimat nutzen helfen.
Weisgerber kam über die Junge Union (1995) zur CSU und ist stellvertretende Landesvorsitzende des Arbeitskreises Umwelt. Seit 2002 sitzt sie auch im Gemeinderat von Schwebheim.
In Europa seien die "größten integrationspolitischen Aufgaben" der Geschichte zu leisten und große Interessenunterschiede zu überwinden. Dazu könne sie sich nicht obendrein den Beitritt von 70 Millionen Türken vorstellen. Die Türkei müsse erst noch Kriterien wie Menschenrechte, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit erfüllen, um Vollmitglied zu werden. Einer privilegierten Partnerschaft mit den Nachbarn Europas sei aber zuzustimmen.
Europa habe seinen Mitgliedern Frieden, Stabilität, wirtschaftlichen und sozialen Wohlstand sowie offene Grenzen gebracht. Daran solle weitergearbeitet werden. Allerdings müsse auch die Europäische Union, ähnlich wie die öffentlichen Haushalte in Deutschland, einer strikten Ausgabendisziplin unterworfen werden, fordert Weisgerber.
Sie selbst wolle sich für Bayern in Europa einsetzen. Sie wolle dafür eintreten, dass das Handeln nach christlichen Wurzeln ausgerichtet wird, dass Europa bürgerbnah, transparent und unbürokratisch regiert wird und dass eine Brücke geschlagen wird von Unterfranken nach Brüssel und Straßburg.