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„In Brüssel für Bayern kämpfen"

Pressemitteilung

Anja Weisgerber auf sicherem CSU-Listenplatz für die Europawahl

München – Die CSU hat auf einer Delegiertenkonferenz zur Europawahl am 13. Juni Anja Weisgerber aus Schwebheim (Lkr. Schweinfurt) auf Listenplatz vier gesetzt. Damit ist der Einzug der JU-Politikerin in das Europaparlament so gut wie sicher.

Als frühere Bayerische Meisterin im Tennis habe sie bereits oft für Bayern gekämpft, erklärte die 27-jährige Juristin in ihrer Bewerbungsrede. „Nun möchte ich in Brüssel für Bayern kämpfen." Das Mandat sei für sie „nicht nur Beruf, sondern Berufung".

Weisgerber folgt damit der bisherigen unterfränkischen CSU-Europaabgeordneten Ursula Schleicher, die aus Altersgründen nicht mehr antritt. Als Spitzenkandidat für die Europawahl wurde CSU-Parteivize Ingo Friedrich bestätigt.

Um den unterfränkischen Europa-Kandidaten hatte es in der CSU ein langes Gerangel gegeben: Zunächst schien der Hassberge-Landtagsabgeordnete Sebastian von Rotenhan die besten Karten zu haben, scheiterte aber letztlich an mangelnder Unterstützung aus dem Landwirtschafts-Lager.

Dann setzte sich Weisgerber in einer internen Kampfabstimmung denkbar knapp gegen die Bad Brückenauer Vize-Bürgermeisterin Brigitte Meyerdierks durch. Schließlich gab es gegen Weisgerbers gute Listen-Platzierung Widerstände vor allem bei der Oberbayern-CSU, die deshalb zwei etablierte Europaparlamenterier aus den eigenen Reihen auf hintere Listenplätze zurückgesetzt sah.

Letztlich habe eine „geschlossene fränkische Front" den Ausschlag für Weisgerber gegeben, erklärte der unterfränkische Bezirksgeschäftsführer Gerhard Schmitt zufrieden. Auch die 53 Gegenstimmen für ihre Kandidatin konnte die gute Stimmung der Unterfranken-Delegation nicht trüben: „Wenn man die Schweine vom Trog wegzieht, quieken sie eben", befand Schmitt.

CSU-Bezirkschef Michael Glos freute sich besonders darüber, dass er nach Bundestags-Küken Dorothee Mantel nun mit Weisgerber bereits zum zweiten Mal eine junge Frau in die Berufspolitik gebracht hat. „Offenbar ziehe ich die jungen Frauen an", scherzte der Prichenstädter.

Spitzenkandidat der CSU bei der Europawahl wird erneut der stellvertretende Parteichef Ingo Friedrich. Die Delegierten wählten ihn mit 94,4 Prozent der Stimmen. Bayerns Ministerpräsident Edmund Stoiber vor neuen Schritten zur Erweiterung der EU. Europa könne nicht auf der Lebenslüge grenzenloser Erweiterung bei gleichzeitiger Vertiefung aufgebaut werden. Eine Schlüsselentscheidung sei dabei die Frage eines EU-Beitritts der Türkei, der von der CSU klar abgelehnt werde. Eine Mitgliederschaft der Türkei würde die Integrationsfähigkeit Europas überfordern.

Bei der Europawahl 1999 hatte die CSU das Rekordergebnis von 64 Prozent eingefahren und damit zehn Kandidaten durchgebracht. Für die diesjährige Wahl am 13. Juni hat Edmund Stoiber das Wahlziel „50 Prozent plus X" ausgegeben.