Anwältin mit Herz für unsere Heimat
Dafür stehe ich: Zuhören und Kümmern
Der Motor stottert: Wirtschaft ankurbeln
Migration begrenzen, Sicherheit stärken
Gesundheit und Pflege für alle sichern
Landwirtschaft stärken, Heimat lieben

Immer mehr Skeptiker

Die Kitzinger, 10. Juli 2008

Schrittweise Abkehr von Biosprit-Zielen in der EU

Von unserem Mitarbeiter aus Brüssel
STRASSBURG. Angesichts teurer Lebensmittel und der damit verbundenen Nahrungsmittelkrisen in vielen Entwicklungsländern rücken immer mehr Politiker in Europa vom Ziel ab, den Anteil von Biosprit am Verkehr bis 2020 in der Europäischen Union auf zehn Prozent zu steigern.

Nach den EU-Energieministern, die bereits am Wochenende Vorbehalte geäußert haben, gehen jetzt auch die EU-Abgeordneten auf Distanz. Der Umweltausschuss des EU-Parlaments hat sich dafür ausgesprochen, nur einen Anteil von acht Prozent anzustreben - und dabei außerdem noch andere Technologien auf der Basis erneuerbarer Energien wie Elektro- oder Wasserstoffautos mitzuzählen. Die Abgeordneten bereiten sogar einer noch deutlicheren Absenkung des Biosprit-Ziels den Weg, indem sie für 2015 eine Überprüfung vorsehen. Bis zu diesem Zeitpunkt wird nach den neuen Planungen nur eine Marke von vier Prozent angepeilt.

Der SPD-Abgeordnete Matthias Groote spricht von einem „guten Mittelweg", der zudem sicherstelle, dass die Entwicklung von Biokraftstoffen der zweiten Generation gefördert werde. Bislang nämlich werden speziell Energiepflanzen für den Einsatz als Kraftstoff gezüchtet, deren Anbau die Getreidesaat vom Acker verdrängt.

Nur aus Abfall
In ein paar Jahren soll Biosprit - eben jener der zweiten Generation - nur aus landwirtschaftlichem Abfall wie Stroh produziert werden, Die CSU-Abgeordnete Anja Weisgerber lobt die „strengen Kriterien", die der Ausschuss für Biokraftstoffe vorschreiben möchte. Es könne nicht sein, „dass in Brasilien wertvolle Regenwälder abgeholzt werden, um auf den Flächen Energiepflanzen für Biokraftstoffe in Europa anzubauen".
Die Organisation „Brot für die Welt" hält die Einsicht für wichtig, dass die Anbauziele für Biokraftstoffe die Hungerkrise verschärfen. Experten streiten allerdings darüber, welchen Anteil die Flächenkonkurrenz von Energiepflanzen und Nahrungsmitteln an den hohen Preisen für Essen haben. Die EU-Kommission und viele andere Institutionen erkennen indes nur einen Effekt auf einige wenige Getreidesorten.

Detlef Fechtner