Der Bote vom Haßgau
Umwelttag der CSU und der Jungen Union
Knetzgau: Die großen "black outs" die Stromausfälle in New York, Norditalien und Griechenland – führen die Abhängigkeit der modernen Gesellschaft von der Energie deutlich vor Augen. Allein in den letzten drei Jahrzehnten hat sich der Weltenergiebedarf verdoppelt. "Wir brauchen Forschung und Innovation sowie einen nachhaltigen Energiemix für Deutschland und Europa", so das Fazit des Arbeitskreises für Umweltschutz und Landesplanung (AKU) der CSU und der Jungen Union. Sie hatten zu einem kleinen Umwelttag für erneuerbare Energien und Energieeinsparungen eingeladen.
Konkreter Anlass war die offizielle Inbetriebnahme einer 60 Kilowatt Photovoltaik-Anlage auf dem Dach der Firma Koppitz in Knetzgau. Die neue Europa-Abgeordnete und stellvertretende Landesvorsitzende des AKU, Dr. Anja Weisgerber, betonte, dass der Anstieg der Weltbevölkerung und die zunehmende Industrialisierung zu einer dramatischen Steigerung der Energienachfrage führe. Ein nachhaltiges, zukunftsfähiges Energiekonzept sei deshalb unumgänglich.
Dieses beinhalte einen Energiemix und mehr Energieeffizienz. Dem sinnvollen Energiemix müsse für die nächsten Jahre neben Öl, Gas, Atomstrom und Kohle verstärkt regenerative Energien angehören. Als Beispiel führte Weisgerber die energetische Nutzung von Biomasse und die Solarenergie an. Ebenso gehören der sinnvolle Einsatz in Wind- und Wasserkraft, die Geothermie oder die Wasserstofftechnologie dazu.
Die Firma Eichhorn aus Oberaurach stellte dann ihr Konzept der energetischen Nutzung von Bioabfällen und Biomasse vor. Anfänglich war die getrennte Bioabfallerfassung mit anschließender Kompostierung das Mittel der Wahl. Dies geschieht an den Standorten in Mariaburghausen und im Bamberger Hafen. Ein anderer Verwertungsweg für die Bioabfälle ist deren Vergärung. Dieser neue Weg wird in Strullendorf in Oberfranken beschritten. Das bei der Vergärung entstehende Methangas treibt über einen Motor einen Stromgenerator an und die anfallende Abwärme sowie Kohlendioxyd nutzt eine benachbarte Großgärtnerei. Die verbleibenden Materialreste stehen wieder der Landwirtschaft zur Verfügung.
Die Firma Schnös, Trockenbau, Knetzgau-Westheim, trug anschließend Idee und Anwendung Ihres "Vacudämm" Systems vor. Hier geht es um das wichtige Thema der Energieeinsparung bei Bauten.
Zum Schluss wurde als Beispiel alternativer Energie die Photovoltaikanlage der Firma Koppitz erläutert. Sie ist mit einer Leistung von 60 Kilowatt zur Zeit die größte dieser Art im Landkreis. Die Teilnehmer konnten sich davon überzeugen, dass auch bei bedecktem Himmel also ohne direkten Sonnenschein eine Stromerzeugung erfolgt. Der produzierte Solarstrom wird nach dem Erneuerbaren-Energien-Gesetz in das öffentliche Stromnetz eingespeist und würde den Jahresbedarf von 15 Einfamilien-Haushalten decken.
Den vorgestellten Projekten schloss sich jeweils eine lebhafte Diskussion an. Man war sich einig, dass für ein rohstoffarmes Land wie Deutschland bei hohem Energiebedarf die gezielte Förderung alternativer Energien sowie das Energiesparen hohe Priorität haben müssen.