Main-Echo
Weisgerbers Leitfaden informiert über EU-Programme
Würzburg. Wie man an Fördergelder der EU herankommt, ist für viele Unternehmen und Organisationen ein Buch mit sieben Siegeln. Dass offizielle Handbücher oft mehr abschrecken als informieren, hat auch die unterfränkische Europaabgeordnete Anja Weisgerber erkannt und deshalb einen eigenen Förderleitfaden für Unterfranken herausgegeben.
Weisgerber wies bei der gestrigen Vorstellung darauf hin, dass mehr als 60 Millionen Euro an EU-Mitteln in den vergangenen sechs Jahren nach Unterfranken geflossen sind. Ab 2007 beginnt eine neue Förderperiode. Weisgerber hofft, dass mit Hilfe ihres Leitfadens noch mehr Einrichtungen im Regierungsbezirk von EU-Programmen profitieren können.
Die Broschüre ist nach Angaben von Weisgerber bisher einmalig in Bayern. Neben Hinweisen auf Förderinhalte, Antragsvoraussetzungen und Ansprechpartner für Beratungen enthält sie auch Chancenbewertungen für potentielle unterfränkische Antragsteller. Die Chancen werden in der neuen Förderperiode bereits aus einem Grunde wachsen: Künftig können Strukturfördermittel aus dem EU-Regionalfonds in ganz Unterfranken eingesetzt werden. Bislang galt nur der Raum Schweinfurt als förderfähig.
In dem Leitfaden ist auch die Auswertung einer Umfrage unter bisherigen Nutzern von EU-Förderprogrammen enthalten. Wie sich daraus ergibt, führten im zurückliegenden Förderzeitraum rund 70 Prozent der Anträge zum Erfolg. die Bandbreite reicht von 500 Euro bis zu mehreren Millionen. Die Schwerpunkte lagen in den Bereichen Bildung, Bürgerbegegnungen, Infrastruktur und Dorferneuerung. Positiv bewertet wurde das Beratungsangebot, kritisiert wurde dagegen der Umfang von Formalien. In Zusammenarbeit mit Universitäten will Leitfaden-Autorin Weisgerber die Erfahrungen in Unterfranken in der neuen Förderperiode noch umfassender untersuchen lassen.