MainPost, 20. April 2012
34 Delegierte und etliche Gäste kamen zur Bezirksversammlung der Europa-Union Unterfranken in den Sitzungssaal des Schweinfurter Landratsamtes. Rechenschaftsberichte, Ausblick und Neuwahlen standen auf der Tagesordnung.
Nach der Begrüßung durch den alten und neuen Vorsitzenden Hans-Peter Scherpf sprach Landrat Harald Leitherer ein Grußwort, auch im Namen des Schweinfurter Oberbürgermeisters Sebastian Remelé, der ebenfalls gekommen war. Stadt und Landkreis gehe es aktuell „außerordentlich“ gut, man sei wirtschaftlich erfreulich aufgestellt, sagte der Landrat, der auf die Region Probleme zukommen sieht, bei der Hilfe aus Europa gebraucht werde. Zu schultern seien der Abzug der Amerikaner und im Jahr 2015 die Stilllegung des Kernkraftwerks in Grafenrheinfeld. Den Kreis würden dann zurückgehende Steuereinnahmen treffen und für die 500 hoch qualifizierten Arbeitsplätze im KKG sei in der Region kein Ersatz. Ein Gaskraftwerk in Grafenrheinfeld würde einem Teil der Belegschaft eine berufliche Zukunft eröffnen. Ohne Europa könne die Region auch den Bevölkerungsrückgang und die Folgen der demografischen Entwicklung nicht meistern. Europaweit müsse Main/Rhön um Zuzüge werben, meinte Leitherer. Hierbei setze er auf die Europa-Union, die überparteilich eine Diskussionsplattform biete.
Von einem Neustart berichtete die Schweinfurter Kreisvorsitzende Christiane Fenn. Unter den 50 Mitgliedern seien erfreulich viele junge Menschen. Die Europaabgeordnete Anja Weisgerber zitierte den französischen Politiker Roland Dumas mit „Europa ist die Zukunft, jede andere Politik Vergangenheit.“ Zusammenwachsen könne Europa aber nur durch das Engagement von Bürger, von Bürger wie sie in der Europa-Union aktiv seien.
Es gäbe keine Krise des Euro, sondern eine Staatsschuldenkrise, weil die Haushaltsdisziplin von vielen Ländern, auch von Deutschland und Frankreich, verletzt worden sei, führte die Abgeordnete der CSU weiter aus. Antworten habe man mit den nationalen Schuldenbremsen und automatisierten Sanktionen geschaffen. Die Gemeinschaft, die verantwortlich für sechs Jahrzehnte Frieden sei, werde künftig noch stärker gebraucht, wolle Europa gleichberechtigter Partner der Weltmächte China, Russland und USA sein.
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