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Gleiche Bedingungen – gleiche Chancen

Auszüge aus Mainpost, 18. Juli 2008

Europaabgeordnete Anja Weisgerber spricht in Iphofen nicht nur zur Weinmarktreform

Die Europaabgeordnete Anja Weisgerber hat schon ein strammes Programm hinter sich, als sie mit gut 20 Minuten Verspätung am Donnerstagabend im Saal eines Iphöfer Gasthauses ankommt. Trotzdem müssen sich die knapp 30 Besucher weiter gedulden, bis sie Neues von der Weinmarktreform – dem Thema des Abends – erfahren.

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Als sie an der Reihe ist, darf sie noch nicht zum vorgegebenen Thema reden. Zuvorderst solle sie allgemein von der EU und den aktuellen Entwicklungen erzählen. Das macht sie gut, redet klar und deutlich, durchaus mit Punkt und Komma, wiederholt auch nicht jeden Gedanken mehrmals. Doch sie merkt bald: Bei dem weiten Feld rinnt ihr die Zeit davon. Also doch die Weinmarktreform.

Schnell wird klar: Da kennt jemand das Thema, worüber er spricht. Kurz skizziert sie, warum die Reform des europäischen Weinmarkts nötig ist, zeigt auf, welche Folgen die ersten Schritte haben, und dass in wenigen Jahren auch für die fränkischen Winzer Mittel aus der EU für Werbemaßnahmen, für Zusammenschlüsse und für den Erhalt der wichtigen Steillagen, etwa durch Bewässerung, fließen werden, die heute noch für die Destillation von Billigweinen eingesetzt werden.

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In der Diskussion zeigt sie am Beispiel des aktuellen Weinskandals in Südeuropa, wo massenweise gepanschter Wein in den Handel kam, auf, dass die Harmonisierung in der EU sinnvoll ist. Zum einen haben die Kontrollen gegriffen, der Skandal ist aufgeflogen. Zum anderen bringt ein einheitliches System weniger Bürokratie: Aus 27 einzelnen Verordnungen, etwa zum Pflanzenschutz im Weinbau, wird eine. Und gleiche Bedingen in den Ländern der EU bringen auch gleiche Chancen im Wettbewerb.

Ehrlich ist sie auch gegenüber dem Milchbauern Karl Kilian aus Nenzenheim, der gegen die Aufhebung der Milchquote in der EU protestiert: „Ich sag es Ihnen ganz ehrlich: Es wird schwer, das zu verhindern, weil die Mehrheiten anders sind.“ Druck aufbauen, den Protest nicht nachlassen, ist ihr Rat.

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