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Gemeinsam für den Meisterbrief

Die Kitzinger

Die neue Europaabgeordnete Dr. Anja Weisgerber stattet der Handwerkskammer für Unterfranken einen Antrittsbesuch ab – Kritik an komplizierten Antragsverfahren
Würzburg (red). "Alle Eurokraten machen uns das Leben schwer", sagte der Präsident der Handwerkskammer für Unterfranken, Walter Stoy, anlässlich des Antrittsbesuches der neuen Europaabgeordneten Dr. Anja Weisgerber. Stoy zeigte sich hocherfreut über deren Versprechen, Anwältin für das Handwerk in der Region im Europäischen Parlament zu sein. An dem Gespräch nahmen auch der Hauptgeschäftsführer Franz Josef Kleespies sowie dessen Stellvertreter Rolf Lauer teil. Im Vordergrund der Kritik der Handwerkskammer standen komplizierte und langwierige Antragsverfahren für europäische Förderprogramme, die mit einem unnötigen Arbeitsaufwand verbunden sind. Sorgen bereitet den Handwerkern auch die Beratung der neuen Dienstleistungsrichtlinien der EG. Hier sieht die Kammer eine Gefährdung des Meistertitels und der Öffnung des Marktes für ausländische Dienstleister ohne ausreichende Qualifikation. Zu diesem Thema positionierte sich die Europaabgeordnete eindeutig: "Der Binnenmarkt darf nicht zu Lasten der Qualität gehen. Wer sich in Unterfranken als Handwerker niederlassen will, der soll das auch können – aber er muss die Spielregeln und Anforderungen vor Ort akzeptieren. Der Meisterbrief sei dabei gerade im handwerklichen Bereich eine hervorragende Möglichkeit für Kunden, qualitativ verlässliche Anbieter zu erkennen." Die Möglichkeit zur Förderung zur beruflichen Bildung durch den Europäischen Sozialfonds wird von der Kammer positiv beurteilt. Auch wenn noch nicht alle Fragen der Mitfinanzierung de Kammern geklärt seien. Dr. Anja Weisgerber dankte der Handwerkskammer für deren Mitwirkung in der von Staatsminister Sinner und ihr initiierten Arbeitsgruppe Europa und wies erneut darauf hin, dass für alle Kontakte ihr Europabüro Unterfranken in Schweinfurt als Ansprechpartner zur Verfügung stehe.