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Gedenken zur Deutschen Wiedervereinigung

sonntagsAnzeiger, 03. Oktober 2010

Menschen, die sich in den Armen liegen, Familien, die über Jahrzehnte in Ost und West getrennt waren, wieder vereint. Es ist kaum vorstellbar, dass diese, uns so bekannten Bilder der deutschen Wiedervereinigung schon 20 Jahre zurück liegen. Die Wiedervereinigung verdanken wir auch Europa. Der europäische Integrationsgedanke hat dazu beigetragen, dass Deutschland wieder vereinigt werden konnte. Nach Ende des kalten Krieges wuchs die EU stetig weiter und gewann nicht nur an Mitgliedstaaten, sondern auch an Einfluss in der Welt. Gerade die Finanzkrise hat gezeigt, wie wichtig Europa ist. Europa hat schnell auf die Krise reagiert und ist zum weltweiten Vorreiter für mehr Finanzmarktstabilität geworden. Es sorgt bei internationalen Finanzgeschäften für mehr Transparenz, Kontrolle und Aufsicht. Erst im September hat das Europäische Parlament über die Finanzmarktaufsicht abgestimmt, die schon im Januar 2011 ihre Arbeit aufnehmen wird. Die mangelnde Überprüfung risikoreicher, grenzüberschreitender Bankgeschäfte war eine Ursache der Krise. Das Parlament hat daher entschieden, dass drei neue Behörden für Banken, Versicherungen und Wertpapiere geschaffen werden, die in bisher noch nicht dagewesener Weise mit Kompetenzen zur Kontrolle und Regulierung ausgestattet sind. Grenzüberschreitend tätige Großbanken oder Versicherungen obliegen künftig dann nicht mehr nur der nationalen, sondern auch der europäischen Aufsicht, die das letzte Entscheidungsrecht inne hat. Dies ist sehr positiv, denn grenzüberschreitende Probleme wie die Finanzkrise können nur durch grenzüberschreitende Maßnahmen gelöst werden.