Bayerisches Landwirtschaftliches Wochenblatt, 31. März 2010
„Hat die Welt kein Geld, ist es um die Bauern schlecht bestellt“. Das stellte Gerd Sonnleitner, Präsident des Bayerischen und des Deutschen Bauernverbandes, beim Unterfränkischen Bauerntag fest. Den Bauernpräsidenten hatte zuvor Karl Müller begrüßt, Mitinhaber der Müller-Landtechnik, die im Rahmen ihrer Frühjahrsausstellung auch zum Bauerntag eingeladen hatte.
„Bauernpräsident Gerd Sonnleitner beim unterfränkischen Bauerntag Müller betonte: „Jeder Cent, der bei den Bauern ankommt, ist gut angelegt.“ An die Landwirte wie auch an Dr. Anja Weisgerber MdEP, Innenstaatssekretär Gerhard Eck, Robert Kiesel Mdl und die zahlreich anwesende Kommunalpolitiker appellierte er: „Kämpfen Sie mit Leidenschaft für gerechte Preise!“ Unterfrankens BBV-Bezirkspräsident Bernhard Weiler, meinte: „Wir werden auch kämpfen müssen, dass unsere Leistungen nicht noch mehr an Bedingungen geknüpft werden.“ Er zitierte den ehemaligen Agrarkommissar Franz Fischler, der unermüdlich betont, dass nur ein Prozent der europäischen Haushaltsleistungen an die Landwirtschaft geht. „Ich lehne es ab, über Begründungen für staatliche Transferzahlungen nachzudenken“, sagte Weiler auch, „denn keiner liest‘s“. „Wir haben in Nordbayern Probleme mit dem Wasser“, stellte Weiler fest. Gerade deshalb seien bürokratische Hemmnisse wie Erosionskataster oder Wasserrahmenrichtlinie kritisch zu hinterfragen. „Dagegen Front machen“ werde der Verband, denn für alle fortschrittlichen Berufskollegen, die sich an gute fachliche Praxis halten, sei es fast eine Beleidigung, dass dies nun in Vorschriften gefasst werde. „Das ist nicht nötig“, sagte Weiler.
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„Gebt uns Bauern die Verantwortung zurück!“, sagte er unter Beifall und wandte sich entschieden dagegen, wie Landwirte von Grünen- und SPD-Politikern kritisiert würden, als etwa im Wasserschutzgesetz Ackerrandstreifen gefordert wurden. Für die Ehrenrettung, wie auch für ganz konkrete Hilfe dankte er denen, die sich als Freunde erwiesen hätten, beispielsweise Anja Weisgerber, „Wenn die sich nicht so entschieden, für den Pflanzenschutz eingesetzt hätte, bräuchte man da draußen gar keine Spritzen mehr zeigen“, sagte er. Für die Landwirtschaft sei es immer entscheidender, starke Partner zu haben, Schlachthöfe, Molkereien, Zuckerfabriken oder Landtechnik-Firmen.
Gleichzeitig forderte Sonnleitner die Öffentlichkeit auf: „Seien wir doch froh, wenn ein Landwirt hier vor Ort investieren will. „Als unverständlich bezeichnete er, dass die Familie des ehemaligen BBV-Kreisobmanns Gerold Beck angegriffen wird, weil sie einen Schweinemaststall bauen will. „Die Tierschutz- und Umweltschutzkriterien gelten, egal ob 100 oder 1000 Plätze gebaut werden“, betonte Sonnleitner, und stellte fest: „Wir fühlen uns der Nachhaltigkeit verpflichtet.“
Als unverzichtbare Grundsicherung bezeichnete Sonnleitner die Ausgleichszahlungen, im Durchschnitt 10.000 €, die jeder unterfränkische Betrieb bekommt. Seine Forderung nach einheitlichen Spielregeln in Europa wurde später unterstrichen durch eine Demonstration, bei der die Politiker auf die Bühne gebeten wurden und anpacken durften, damit die Agrardieselbesteuerung an Frankreich angeglichen wird.
„Der ländliche Raum darf nicht zum Rückzugsraum für die Städter werden“, sagte Innenstaatssekretär Gerhard Eck. In seinen Grußworten forderte er auch im Hinblick auf den Steigerwald ein Mitbestimmungsrecht der ländlichen Bevölkerung: „Schlimm, dass der Berufsstand mit einer Entwicklung zu kämpfen hat, die er nicht verschuldet hat, aber ausbaden muss“, sagte Dittelsbrunns Bürgermeister Michael Herterich, der auch dem Familienunternehmen Müller dankte, das sich zum größten Arbeitgeber und Steuerzahler der Gemeinde entwickelt habe. Schweinfurts stellvertretender Landrat Paul Heuler dankte Sonnleitner für die „Herkules-Aufgabe“, die er schultere und sagte: „Lassen Sie uns gemeinsam für eine gute Zukunft kämpfen.“ Und Unterfranken BJB-Vorsitzender Jochen Klein schloss den Bauerntag mit den Worten: „Wir möchten auch morgen noch leben und arbeiten auf unsren Höfen.“