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Frisch gekürter Kandidat

Auszug aus Mainpost, 18. Januar 2009

Am Samstag war er zum Spitzenkandidaten der CSU für die Europawahl gekürt worden, am Sonntag kam Markus Ferber zum Neujahrsempfang des CSU-Ortsverbandes. Allerdings war der Besuch in Brückenau auf Bitte von Parteikollege Eduard Lintner schon vor einiger Zeit verabredet worden.
„Mich hat mein Ergebnis wirklich gefreut“, sagte Ferber am Sonntag in Brückenau. Mit rund 96 Prozent hatte ihn die Delegiertenversammlung am Samstag in München zum Spitzenkandidaten gekürt. In der Georgi-Kurhalle ging er vor rund 70 Gästen auf die Europapolitik seiner Partei ein. Er setze sich ein für ein Europa, „das seine Grenzen kennt“ und fügte an, dass die Türkei außerhalb dieser Grenzen liege, weil zwei Drittel ihrer Fläche zu Kleinasien zähle. Europapolitik solle nur für Bereiche gemacht werden, wo es passt. Sie sollte nicht vorschreiben, wie landwirtschaftliche Betriebe zu funktionieren haben. Oder was die Brückenauer bei ihrer Trinkwasserversorgung zu beachten hätten.
Mit seiner Kollegin aus dem Europaparlament, Anja Weisgerber, war Ferber am Sonntag noch zu zwei weiteren Terminen in der Region, in Schwebheim und Kitzingen. Weisgerber appellierte an die Brückenauer Parteifreunde, sie im Wahlkampf zu unterstützen.
Zuvor hatte Ortsverbandsvorsitzender Dieter Seban auf 2008 zurückgeschaut. Mit Blick auf das Wahljahr 2009 sagte er, er hoffe, dass in Brückenau nicht noch eine Bürgermeisterwahl dazukomme. Doch gelange stellvertretende Bürgermeisterin Brigitte Meyerdierks nach dem Jahr ohne Bürgermeister Thomas Ullmann an ihre Leistungsgrenzen. „Wir haben jetzt ein Jahr verloren im Prinzip“, sagte Seban. Dennoch habe der Stadtrat 2008 viel bewegt. „Die Zukunft ist im Moment ungewiss. Alle warten auf eine Entscheidung.“