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Frauenunion vor 40 Jahren gegründet

rhoenpuls.de, 6. September 2010


Vor vierzig Jahren, in einem Zeitalter, als das weibliche Geschlecht auf der politischen Bühne vergleichsweise selten vertreten war, wurde in Bad Brückenau die CSU Frauen-Union Bad Brückenau gegründet. Im Rahmen eines Festaktes wurde das Jubiläum am Wochenende in der Georgi-Halle gefeiert. Politprominenz aus Europaparlament, Bundes- und Landtag, Kreis- und Ortsverbänden sowie der Kommunalpolitik gratulierten der Jubilarin.

Dr. Anja Weisgerber, Europaabgeordnete und Bezirksvorsitzende der Frauen-Union Unterfranken zeichnete die Gründungsmitglieder Erna und Irmgard Ullmann, Marietta Hüfner, Anneliese König und Christa Jansen für jahrzehntelange Treue und Unterstützung aus. Der Festakt stand ganz im Zeichen erfolgreicher Frauenarbeit. „Die Frauenunion, das Salz in der CSU, manchmal auch der Pfeffer“, würdigten Weisgerber, Dorothee Bär, MdB und stellvertretende Generalsekretärin, Kreisvorsitzende Nicola Renner-Knopp das breite Engagement des Bad Brückenauer Verbandes.

Vorsitzende Gundula Langewort richtete, zur Eröffnung des Festreigen, Dankesworten an alle Mitglieder, die mit Rat und Tat die Anliegen der Frauen-Union unterstützen und fördern. Den musikalischen Rahmen gestalteten Margarete und Markus Wollmann, Dekanatskantor. „Alles hat im Leben seine Zeit“, zitierte Almuth Bauer, stellvertretende Vorsitzende, Sätze aus dem Alten Testament. Stadtpfarrer Pfarrer Alfred Bauer spann den Faden weiter fort, verband mit den Grußworten ein Segensgebet. Als „segensreich für alle“, würdigte Bauer die Arbeit der Frauen auf politischem wie sozialem Parkett.

Gründungsmitglied Erna Ullmann (92) erinnerte an prägende Ereignisse. Ihre Worte bewegten, war nicht nur von zahlreichen Erfolgen in Sozialen- und Kommunalpolitischen Belangen zu hören, vielmehr waren es Erinnerungen an tragende Säulen, wie Dr. Ursula Pinker, Gerda Kirchner, Emmi Greger und Gudrun Schubert, deren früher Heimgang in der FU große Lücken hinterließ.

„Frauen gewinnen, Frauen fördern“, war zentrale Botschaft von Dr. Anja Weisgerber, die die Festrede sprach. Frauen sehen Politik aus einem anderen Blickwinkel, setzen andere Akzente als Männer, appellierte sie, mehr Frauen zu ermutigen, den Weg aufs politische Parkett zu wagen. 52 Prozent der Bevölkerung seien Frauen, doch derzeit sind nur 19 Prozent der CSU-Mitglieder Frauen und dies „müssen wir ändern“, hob die Bezirksvorsitzende hervor. „Frauen fördern auf ihrem Weg ins Berufsleben“, fuhr Weisgerber fort, denn auch im Mittel- und Top-Management sind Frauen absolut unterrepräsentiert. Lange Zeit war es die Regel, dass Männer Karriere machten, Frauen sie unterstützten, sich alleinig um Familie und Haushalt kümmerten. Allmählich erst, in kleinen Schritten, beginnen sich festgelegte Rollenbilder zu ändern. Doch bis sich Lohnlücken zwischen Gehältern von Männern und denen der Frauen gänzlich schließen, sei noch ein langer Weg zu meistern. Frauen müssen eine wirkliche Wahlfreiheit haben zwischen, Beruf und Familie. Aktuelle Studien belegen, so Weisgerber, dass eine gemeinsame Führung von Frauen und Männern, das sogenannte „Mixed Leadership“, am erfolgreichsten sei. Beide Geschlechter verfügen über unterschiedliche Eigenschaften, die sich zum Wohle aller wunderbar ergänzen können. „Die Mischung machst“, machte die Europaabgeordnete Mut, auch weiterhin Frauen im Sozialen- und Politischen Engagement zu stärken und zu fördern. 

„Es begann mit den Kindern, daraus entwickelte sich Seniorenarbeit“, so Landrat Thomas Bold. Das Thema Generationen, sprich Demografische Entwicklung sei aktueller denn je. Der Landkreis baue in seiner Arbeit weiterhin auf das Engagement der FU Bad Brückenau, als einen starken Verband im Kreisverband. „Ihr leistet viele, viele Dinge, ohne laute Töne im Hintergrund“, war Dieter Seban, Vorsitzender des CSU Ortsverbandes voll des Lobes. „Herausragende Persönlichkeiten haben den Ortsverband geprägt“, würdigte Kreisvorsitzende Nikola Renner-Knopp, Teamgeist, Zusammenhalt sowie ein großartiges Gesellschaftspolitisches Eintreten. Migrations- Jugend- und Seniorenarbeit bedeute Bemühen für die Belange von Jung und Alt. „Die Frauenunion lebt von den Menschen die sie begleiten“, rückte auch Dorothee Bär, MdB, die Belange der Frauen in den Vordergrund. Sie würdigte die herausragende Arbeit der Bad Brückenauer Gruppierung auf Sozialer- und Kommunaler Ebene.

„Sich einbringen, Sorgen und Nöte aufgreifen und nach oben tragen“, appellierte stellvertretende Bürgermeisterin Brigitte Meyerdierks, die Jugend mehr für Politik zu begeistern. Meyerdierks bedankte sich bei allen Mitgliedern für die tatkräftige Unterstützung bei den zurückliegenden Kommunalwahlen.