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Frankens Winzern muss nicht bange sein

Saale-Zeitung, 13. Februar 2009

Günstige Prognosen bei den Weinwirtschaftstagen in Volkach - Unterstützung in Aussicht

Frankens Winzer sollten sich keine allzu großen Sorgen um ihre Zukunft machen. Weder die Auswirkungen der Weltwirtschaftskrise noch das neue Bezeichnungsrecht der Europäischen Union (EU) werden sich wahrscheinlich negativ für sie auswirken.

Im Gegenteil: Dank steigender Fördermittel können die Weinerzeuger weiter mit vielfältiger staatlicher Unterstützung rechnen; das neue Eu-Bezeichnungsrecht wird Frankens Weinetiketten kaum verändern und im Rotwein könnte noch so manche Marktchance liegen . Das ist Fazit der weinpolitischen Vorträge am ersten Tag der 51. Veitshöchheimer Weinbautage/ Fränkischen Weinwirtschaftstage in der Mainschleifenhalle in Volkach. Rund 700 der zirka 5700 fränkischen Winzer ließen sich hier über die neusten Entwicklungen rund um den Wein informieren. Am gestrigen Donnerstag wurde die Fachtagung unter anderem mit dem Trend-Thema „Light-Wein“ und einer dazu passenden Lehrweinprobe in Volkach fortgesetzt.

Image ist gestiegen
Das Image des Frankenweins sei in den vergangenen Jahren gestiegen, begründete Bayerns Staatsminister für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, Helmut Brunner seine positive Einschätzung der aktuellen Lage. Zwar könne niemand in die Zukunft blicken, dennoch seien die unvermindert anhaltenden Investitionen der Weinerzeuger ein guter Indikator für die Zuversicht, die in Franken – und auch bei den Banken herrsche: Im Gegensatz zu anderen Wirtschaftsbereichen erhalten Frankens Winzer offensichtliche problemlos Kredite. Und auch von EU und Staat dürfen sie weiterhin mit finanzieller Unterstützung rechnen.

Weinfonds bleibt
So bleibe der Fränkische Weinfonds wohl erhalten. Davon ging Staatsminister Brunner aus. Das Urteil des Bundesverfassungsgerichts, das dem Absatzfonds und der CMA die finanzielle Basis entzog, treffe die Werbung für den Weinbau sehr wahrscheinlich nicht.
Fördern werde der Bayerische Staat auch den Ausbau der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau in Veitsöchheim: 11,5 Millionen werde alleine das neue Laborgebäude gegenüber der Kellerei an der Stiege kosten. Es wird künftig die komplette Weinanalytik und die Mikrobiologie sowie ein Bodenuntersuchungslabor enthalten. Die Winzer sollen so von dem noch effizienteren und schnelleren Transfer der Forschungsergebnisse in die Praxis profitieren.
Mit 120 Euro pro Hektar Rebfläche will Brunner die Winzer im Kampf gegen den Traubenwickler unterstützen. Wie diese Fördermaßnahmen abgewickelt werden wird, muss noch entschieden werden.
Steigen soll auch der Fördersatz des Investitionsprogramms nach der neuen Weinmarktordnung: Vorbehaltlich der Zustimmung des Haushaltsausschusses soll er statt der üblichen 20 auf 30 Prozent steigen. Davon profitieren erstmals auch Zusammenschlüsse und Kellerein mit eigener Traubenerzeugung, sagte Brunner. Im Rahmen des Umstrukturierungsprogramms gebe es künftig Zuschüsse für Bewässerungsanlagen sowie den Mauern- und Treppenbau in Stellagen. Und auch der Weintourismus werde weiter gefördert.

EU-Bezeichnungsrecht
Eines der wichtigen Themen der Weinbautage in Volkach war das Eu-Bezeichnungsrecht. Viele Redner beleuchten es. Die bisherigen Bezeichnungen von geografischen Herkünften, Lagen, Rebsorten und Qualitäten können wie bisher weitergeführt werden, betonte der Vizepräsident des Fränkischen Weinbauverbandes Anton Hell.

Anträge stellen
Änderungswünsche aber können oft die Zustimmung aller betroffenen Winzer erfordern. Was allerdings nicht heißt, dass die Winzer, die keine Änderungen wünschen, untätig bleiben können. Auch sie müssen ihren Wunsch nach dem Erhalt ihrer bisherigen Bezeichnung mit einem Antrag kund tun, erläuterte zum Beispiel Dr. Rudolf Nickenig, Geschäftsführer des Deutschen Weinbauverbandes in Bonn.
Positive Zukunftsperspektiven zeigten Professor Dr. Eric Schweickert und Professor Dr. Dieter Hoffmann von der Forschungsanstalt Geisenheim auf. So ginge es zum Beispiel mit der deutschen Wirtschaft – trotz regelmäßiger wellenförmiger Abschwünge- insgesamt betrachtet seit Jahren stetig bergauf.

Nichts für Spekulanten
Wirtschaftszweige, die sich nicht an den Spekulationsgeschäften der Investmentbanker beteiligten, werden von der Weltwirtschaftskrise weniger spüren, erklärte Schweikert, auch wenn die Talsohle des Abschwungs in seinen Augen noch nicht erreicht sei. Speziell die Weinwirtschaft habe zum Beispiel nie wirklich von den Hochphasen profitiert. Sie werde aber von der Tiefphase, so Schweickert, ebenfalls nicht so stark getroffen werden.
Professor Hoffmann wies darauf hin, dass nach wie vor der Rotwein eine wichtige Rolle speile, auch wenn manche den Eindruck hätten, dass hier der Höhepunkt des Booms bereits überschritten sei. Angesichts eines Anteils von zwei Dritteln am Weinkonsum sei es nach wie vor sinnvoll, sich intensiver mit Rotwein zu beschäftigen.

Die Veranstalter
Die Veitöchheimer Weinbautage / Fränkische Weinwirtschaftstage werden von der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau in Veitsöchheim, vom Fränkischen Weinbauverband und dem Verband Ehemaliger Veitsöchheimer veranstaltet.