Schweinfuter Tagblatt
JU-Talk mit Ministerin und Kandidatin
Schweinfurt (CHR) Keine CSU-Parteiveranstaltung wie jede andere, der Polit-Talk der Unterfranken-Ju im "Limes" mit der bayerischen Justizministerin Beate Merk und Europa-Kandidatin Anja Weisgerber. Viele neue Gesichter in den Reihen der Gäste, andere fehlten. Von der städtischen JU und auch von der CSU-Spitze ließ sich niemand im gut besetzten Saal sehen. Die Stadträte Sebastian Hubertus Remelé und Soray Lippert waren die einzigen Mandatsträger aus der Stadt.
Die Diskussion war lebhaft, Steffen Vogel, Moderator der Veranstaltung und unterfränkischer JU-Chef, musste immer wieder die Wogen glätten, die Diskussion in geordnete Bahnen lenken.
Warum die CSU die Türkeifrage in den Wahlkampf gezogen habe, wollte ein Gast wissen und meinte, man solle doch nicht polemisch über Ausländer reden. Warum die CSU ständig von christlichen Werten in Europa spreche, wo doch die Präambel der EU-Verfassung darauf gar nicht eingehe, so eine andere Wortmeldung.
Moderator Vogel stellte Ministerin und Kandidatin vor und ging gleich auf das Alter der 28-jährigen Anja Weisgerber ein: "Europa wird nicht einfallen, wenn eine unter 37-jährige ins Parlament kommt," sagte er. Beifall kam auf. Die Bierdeckel kündeten von der Forderung der JU nach einer Verjüngung der Parlamente. Dort stand: "Jung ist geil!"
Bald liefen die Gespräche unter den Gästen immer intensiver, die Geräuschkulisse nahm zu. "Ich bin jung, dynamisch und unverbraucht" sprach Weisgerber gegen das Gemurmel an.
In der Diskussion ging es um Reformen, Haushaltslöcher und die "grottenschlechte" Politik von Rot-Grün. "Wenn er glaubwürdig wäre, dann wäre Schröder schon längst Politrentner", spielte Weisgerber auf des Kanzlers Versprechen an, sich an den Arbeitslosenzahlen messen zu lassen.
Um die Osterweiterung, die Türkei, eine mögliche europäische Krankenversichertenkarte und EU-Richtlinien kreisten die weiteren Fragen der Gäste.