primaSonntag, 22. Februar 2012
In diesem Jahr werden auf europäischer Ebene viele für Unterfranken wichtige Entscheidungen getroffen. Im Rahmen der mittelfristigen Finanzplanung der Europäischen Union wird unter anderem eine Reform der EU-Agrarpolitik beraten.
Eine große Chance für Landwirte und Bürger ist die erstmalige Beteiligung des Europäischen Parlaments. Durch den Vertrag von Lissabon geht am Parlament, der direkten Vertretung der Bürgerinnen und Bürger, nun kein agrarpolitisches EU-Gesetz mehr vorbei. Wir bessern die Kommissionsvorschläge, die grundsätzlich in die richtige Richtung gehen, nach und werden das Beste für unsere Landwirte herausholen. Das Wirtschaften im ländlichen Raum muss sich auch weiterhin lohnen, so dass unsere Landwirte auch in Zukunft hochwertige Lebensmittel für 500 Millionen EU-Bürger produzieren können und unsere Kulturlandschaft pflegen und erhalten.
Ein weiteres für Unterfranken wichtiges Thema bleibt der Weinbau, insbesondere die Pflanzrechte. Die Europaabgeordneten aus weinproduzierenden Regionen halten auch nach der Weinmarkt-Reform den Druck aufrecht, die Pflanzrechte über 2018 hinaus zu verlängern. Die Bewirtschaftung der Steillagen muss rentabel bleiben, denn sie sind ein wichtiger Bestandteil unserer Kulturlandschaft und der Biodiversität. Das stete Werben bei Agrarkommissar Ciolo? hat zwischenzeitlich Früchte getragen. Er kündigte an, eine High-Level-Group zur Frage der Pflanzrechte einzuberufen, die über die Notwendigkeit einer erneuten Verlängerung des Anbaustopps diskutieren und eine Empfehlung an die Kommission aussprechen wird. Das ist ein wichtiger Zwischenerfolg, der zeigt, dass der Kommissar für weitere Diskussionen offen ist.