primaSonntag, 07. November 2011
Das Internet hat in den vergangenen Jahren einen rasanten Aufstieg erlebt. Soziale Netzwerke wie Facebook oder You-Tube sind nicht mehr wegzudenken. Das Internet ermöglicht einfache und direkte Kommunikation, birgt aber auch Gefahren und Risiken. Die Vorteile des einfachen Austauschs von Bildern und Videos wissen besonders Kriminelle für sich zu nutzen. So breiten sich auch kinderpornografische Inhalte im Internet immer weiter aus. Die Anzahl der entsprechenden Seiten nimmt ständig in beängstigendem Ausmaß zu.
Diese Gefahr für die Schwächsten unserer Gesellschaft stellt die Politik vor große Herausforderungen. Die Europäische Union bietet die Chance, Kinderpornographie durch europäische Gesetzgebung grenzüberschreitend zu bekämpfen. Nationale Regelungen können einige Probleme lösen. Doch im Internetzeitalter reicht ein nationaler Gesetzgeber nicht mehr aus, denn derartige Straftaten machen an den Ländergrenzen nicht halt und die deutschen Behörden haben auf ausländische Internetanbieter keinen Einfluss.
In diesem Auftrag hat das Europäische Parlament ein Gesetz zum besseren Schutz unserer Kinder vor Missbrauch und Internetpornographie verabschiedet. Oberstes Ziel ist es, kinderpornographisches Material umgehend aus dem Internet zu löschen. Die neuen Regelungen schaffen auch ein europaweit höheres Schutzniveau für Opfer sowie einheitliche und härtere Strafen für Täter. Letztere können sich für ihre Taten nun nicht mehr EU-Länder mit weniger strengen Verfahren auswählen. Eine weitere wichtige Maßnahme ist die Aufklärung von Eltern und Lehrern. Diese wissen oft nicht, was sich auf den Computern oder Mobiltelefonen der Kinder abspielt.
Entscheidend ist, dass man das Problem aus verschiedenen Richtungen angeht, durch Rechtssprechung, Aufklärung und technische Rahmenbedingungen. Nur so können wir der wachsenden Bedrohung für unsere Kinder Rechnung tragen. Mit diesem Gesetz sind wir auf dem richtigen Weg, den Schutz der Jüngsten unserer Gesellschaft zu gewährleisten.