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Europaabgeordnete zu Besuch in Münchberg: Angetan von den vielen Aushängeschildern

Münchberger Helmbrechtser Tageszeitung

Der Rohrbühl in Münchberg sowie die Firma Raumedic im Gewerbegebiet A9/Mitte standen im Blickpunkt des Besuchs von Europaabgeordneter Dr. Anja Weisgerber.

Münchberg – Die CSU-Europaabgeordnete kam in Begleitung des Bundestagsabgeordneten Dr. Hans-Peter Friedrich und des Landtagsabgeordneten Alexander König. Mit im Gepäck hatte sie ihren „Förderleitfaden“ der EU-Mittel für Oberfranken. Von einem „Wettstreit der Kommunen um Ansiedlungen“ sprach Gastgeber Bürgermeister Thomas Fein mit Blick auf das Gewerbegebiet A9/Mitte. Seinem Gast aus Schweinfurt berichtete Fein von Maßnahmen, die mit EU-Geldern gefördert wurden. In seiner Aufzählung erwähnte er den Naturlehrpfad sowie den Ausbau der Staatsstraße an der Anschlussstelle Münchberg in Richtung Helmbrechts. „Die Fördergelder sind zügig ausgezahlt worden“, lobte er. Für das Gewerbegebiet A9/Mitte sind bisher 2,1 Millionen Euro EU-Gelder geflossen. Nach Ansicht Feins sei nun die Kommunalpolitik gefordert, um einen guten Branchenmix zu erzielen.
Dr. Anja Weisgerber berichtete, dass trotz Zunahme der EU-Mitgliedsstaaten 15 Prozent mehr Fördergelder nach Bayern fließen, 84 Millionen Euro alleine in die Grenzgebiete Oberfranken, Oberpfalz und Niederbayern. „Ich nutze meine Besuche in der Region, um Ideen und Know-how vor Ort zu entwickeln.“ An Münchberg aufgefallen sei ihr bei der Vorbereitung des Besuchs das Sitzgruppen-Kino und das große Kulturprogramm. „Sie haben viele Aushängeschilder“, sagte sie zu Fein. Der Besuch eines weiteren solchen Aushängeschildes schloss sich mit der Firma Raumedic an, einem „Referenzbetrieb“, wie Fein in seiner Eigenschaft als Vorsitzender des Zweckverbandes A9/Mitte betonte. Dass das Tochterunternehmen der Rehau AG „gut im Futter steht“, berichtet Klaus Marquardt, Chef des operativen Bereichs. 15 Prozent Wachstum sei für 2007 als selbst gestrecktes Ziel angestrebt, nach 21 Prozent des Vorjahres. „Wir wollen gesund wachsen.“ Zurzeit laufen drei EU-Förderprojekte. Marquardt hob besonders den Urologie-Katheder mit funktionaler Oberfläche hervor. „Der Keim ist der größte Feind in der Medizin.“ Problem sei es, dass Keime so resistent geworden sind, dass sie mit normaler Antibiotika nicht mehr entfernt werden können. Raumedic habe eine Oberfläche mit spezieller Beschichtung entwickelt, die Keime abtötet. Im Rahmen des „SERVICE“-Programms fließen dazu 1,1 Millionen Euro EU-Gelder ins Unternehmen für Forschung und Entwicklung. Ein weiteres Förderprojekt läuft im Bereich der Sensorik, um Hirndruck zu messen.
Lob erntete die Europaabgeordnete von Marquardt für den von ihr zusammengestellten Förderleitfaden. „Endlich gibt es einmal eine sinnvolle Zusammenfassung“, urteilte er. Anja Weisgerber zeigte sich angetan von Raumedic. „Das ist ein Paradebeispiel für die Region. Wir suchen händeringend nach Unternehmen, die transparent machen, wie sie von der EU gefördert werden.“