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Europaabgeordnete stellt Leitfaden vor

Rhön- und Saalepost

Fördergelder spielen eine sehr wichtige Rolle - Die heimische Region stärken

Bad Neustadt (si). Für 1,3 Millionen Unterfranken fließen jeweils 74 Euro netto pro Jahr als Beitrag in den großen EU-Topf. Das sind in den letzten sieben Jahren 695,3 Millionen Euro. Die Summe hört sich gewaltig an und so mancher Bürger wird in berechtigter Weise fragen, wo das ganze Geld hin fließt und welchen Nutzen der einzelne, Vereine, Projekte oder die Kommune davon haben.

Unterfranken spielt in der Förderung eine ganz besondere Rolle in der Bundesrepublik, denn wir hier sind „Nettoempfänger“. Neben 130 Millionen Euro Agrarförderung konnte Unterfranken in der Förderperiode 2000 bis 2006 deutlich von europäischen Transferleistungen profitieren. Mehr als 60 Millionen Euro Fördergelder sind während dieses Zeitraumes in unsere Region geflossen. Gelder, mit denen der ländliche Raum, die Wirtschafts- und Innovationskraft sowie der heimische Arbeitsmarkt gestärkt wurden konnten.

Dass dies auch weiterhin so bleibt, dafür setzen sich die Politiker ein, vor allem aber die Europaabgeordnete Dr. Anja Weisgerber aus Schweinfurt, deren Herz ganz für ihre Heimat schlägt und diese stets im Blickwinkel ihrer Arbeit hat. Mit der neuen Förderkulisse der Europäischen Union ergeben sich ab dem 1. Januar 2007 wieder neue Chancen. Denn mit Beginn der neuen Förderperiode können EU-Strukturfördermittel aus dem Regionalfonds in ganz Unterfranken eingesetzt werden.

Bisher war dies nur in einigen strukturell schwächeren Gebieten möglich. Um etwas Licht in den Förderdschungel zu bringen, engagierte sich nun Anja Weisgerber und konzipierte einen 80 Seiten starken Leitfaden, der Abhilfe schaffen wird. Mit einer Auflage von 4.000 Exemplaren ist dieser Förderleitfaden „EU-Mittel für Unterfranken – und wie man sie bekommt“ einzigartig in ganz Deutschland und soll die Region nicht nur in Bayern ganz oben halten, sondern ganz Deutschland- und EU-weit innovativ nach vorne bringen und das mit Fördergeldern aus Brüssel. Der Leitfaden wurde durch zahlreiche Organisationen herausgegeben und den Oberbürgermeistern und Landräten Partei übergreifend unterstützt. Für den Landkreis Rhön-Grabfeld wirkte in diesem Rahmen Landrat Thomas Habermann bei dem überaus interessanten Projekt mit.

Anja Weisgerber legte nun in der Kreisstadt auf ihrer Unterfranken-Präsentations-Tour einen Stopp ein, um dem Landrat persönlich einige Leitfäden zu überreichen und diesen vorzustellen. In einer Übersicht sind in diesem Leitfaden alle Ansprechpartner für unterschiedliche EU-Förderprogramme aufgeführt und nun löst sich die oft gestellte Frage „wer“ ist denn für „was“ zuständig, auf übersichtliche und einfache Weise.

Alle relevanten EU-Förderprogramme sind aufgenommen und ein Bezug für Unterfranken ist jeweils mit eingearbeitet. Besonders interessant für den Rhön-Grabfeld-Kreis sind Projekte in der Tourismusförderung, im Gesundheits- oder Kulturbereich, Städtepartnerschaften, im Bereich der Förderung des ländlichen Raums, Dorferneuerung und der Städte-Entwicklung, im Hochwasserschutz sowie für arbeitspolitische Maßnahmen. Brüssel setzt für Deutschland die Fördergeldsumme fest. In den Ministerien und durch die Staatsregierung in München sowie in der Regierung von Unterfranken in Würzburg, wird entschieden, wer Förderung bekommt. Wer zuerst kommt und eine besondere Idee hat, der hat gute Chancen, finanziell unterstützt zu werden.

Im Rahmen des Leader+ Programms wurden bereits über 50 Projekte gefördert und das Energieberatungsprojekt der Landkreise Bad Kissingen und Rhön-Grabfeld wurden unterstützt. Als weitere Projekte nannte Dr. Anja Weisgerber unter anderem den “Kreuzberg“ und „Wechterswinkel“, die bereits Fördergelder in Millionenhöhe erhielten, sowie das SaaleMusicum.

Insgesamt sollen der Leitfaden und die parallel dazu aufgebaute Internetplattform www.foerderleitfaden.de ein dynamisches Projekt sein. Anregungen und andere Hinweise sowie Gestaltungswünsche werden gerne aufgenommen, wurde bei der Präsentation betont. Die zweite Auflage soll Mitte des nächsten Jahres folgen, damit der „Wettbewerb der Ideen“ weitergeht zum Wohle Unterfrankens. Neben der Leitfadenvorstellung erörterte sie auch ihre Möglichkeiten auf das Fördergefälle Innerdeutschlands sowie Europas einzuwirken und sprach mit Landrat Thomas Habermann und Jürgen Wangosch (Management Kreisentwicklung) über den aktuellen Fall der Betriebsverlagerung der Firma Köberlein und Seigert von Bad Königshofen in das benachbarte Bundesland.

Bildunterschrift: Dr. Anja Weisgerber (MdEP) erstellte einen Förderleitfaden, der Licht in den oft kritisierten "Förder-Dschungel" bringen wird und aufzeigt, wie man in Unterfranken an EU-Fördermittel kommt. Landrat Thomas Habermann und Jürgen Wangosch vom Management Kreisentwicklung bekamen im Rahmen der Leitfadenpräsentation einige Exemplare überreicht.
Foto: Sietz