Main-Netz, 19. Januar 2009
Neujahrstreffen -
Anja Weisgerber betont in Mömbris die Bedeutung von EU und CSU – Geis: »Schicksalswahl« im Juni
Mömbris. »Die Europäische Union (EU) ist ein Garant für Frieden, Wohlstand, Sicherheit, Stabilität und Werte«, fasste die Europaabgeordnete Dr. Anja Weisgerber beim Neujahrstreffen des Mömbriser CSU-Ortsverbands am Freitagabend die Gründe zusammen, warum eine hohe Wahlbeteiligung bei der Europawahl am 7. Juni wichtig sei.
»Europa ist eine Erfolgsgeschichte, doch Europa gelingt nur gemeinsam«, betonte Weisgerber. In Zeiten, in denen Weltmächte wirtschaftlich immer bedeutender werden, sei die EU ein Gegengewicht. Vor allem in Verhandlungen bei der Welthandelsorganisation werde das deutlich: »Sonst würden sogar Länder wie Deutschland, Spanien oder Frankreich wie Zwergstaaten dastehen«, erklärte sie, dass immerhin über 60 Prozent der deutschen Exporte in den europäischen Binnenmarkt fließen und von diesem jeder sechste Arbeitsplatz in Deutschland abhänge.
Die Wichtigkeit von Europa werde oft unterschätzt. Doch selbst in der aktuellen Finanz- und Wirtschaftskrise zeige die EU Handlungsfähigkeit, denn der Rat habe ebenfalls ein Konjunkturprogramm verabschiedet und den Einlagenschutz für Sparer geschaffen. So seien die Spareinlagen seit Dezember bis zu 50 000 Euro gedeckt, und die Deckungssumme soll bis 2010 auf 100 000 Euro erhöht werden. Der Euro als europäische Währung habe in diesen Tagen seine historische Rechtfertigung erhalten, denn er habe sich stabiler gezeigt, als die Mark jemals gewesen sei.
Bei der Europawahl habe der Bürger die Möglichkeit, diese Gemeinschaft mitzugestalten. Dabei gebe es jedoch einige Gründe, die für die CSU sprächen: »Wir sehen uns als Vertreter der bayerischen Interessen in Brüssel, als Dienstleister nahe am Bürger«, sagte die Europaabgeordnete. Die CSU sei die einzige Partei, die in Bayern mit einer eigenen Liste antrete und bei der jeder der neun Abgeordneten einen Regierungsbezirk vertrete, während die SPD nur zwei Abgeordnete zähle.
Nachdem die umwelt- und gesundheitspolitische Sprecherin der CSU-Europagruppe einen Sonderapplaus für die Nachricht erhalten hatte, dass nicht nur der Schutz des Bocksbeutels sondern auch des Äppelwois gelungen sei, erinnerte der CSU-Kreisvorsitzende Peter Winter daran, dass die EU auch Probleme mit sich bringe. Insbesondere wenn es um Regelungen gehe, die nicht so leicht einheitlich realisiert werden können. Als Beispiel nannte Winter den EU-Führerschein für Feuerwehren, mit dem die jüngeren Mitglieder die Löschfahrzeuge über 3,5 Tonnen nicht mehr fahren dürfen.
»Schwierige Zeiten« Der Bundestagsabgeordnete Norbert Geis nahm ebenfalls kein Blatt vor den Mund: »Die Europawahl hat eine große Bedeutung für die CSU. Wir brauchen eine hohe Zustimmung und eine hohe Wahlbeteiligung, sonst wird das eine Schicksalswahl für die Partei«. Europa leiste nicht nur für Wirtschaft und Frieden einen wichtigen Beitrag, sondern auch für das Überwinden der Finanzkrise, zumal der Euro den Handel zwischen den Ländern ungemein erleichtere. Wichtig seien daher alle Konjunkturprogramme, denn wenn beispielsweise der Fahrzeugindustrie nicht geholfen werde, sinke nicht nur der Export (vier von fünf in Deutschland produzierten Autos gingen ins Ausland); dann sei vor allem die Zulieferindustrie in großer Gefahr, denn in diesem Bereich werden allein in der Region rund 12 000 Beschäftigte gezählt. »Wir gehen schwierigen Zeiten entgegen. Deshalb müssen wir den Bürgern vermitteln, dass letztlich sie die Nutznießer von Europa sind«, schloss Geis.
Das Neujahrstreffen fand in den Räumen des Kleintierzuchtvereins am Gickelstanz statt, wo die Gäste zunächst mit einem Sektempfang vom Ortsvorsitzenden Heiko Hoier begrüßt wurden. Umrahmt wurde der Abend von Bläsern des Musikvereins Harmonie Strötzbach.
Marion Stahl