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Europa kämpft erfolgreich für die Rettung des Euro

SonntagsAnzeiger, PrimaSonntag, 30. Oktober 2011

Vor gut drei Jahren löste die Insolvenz der amerikanischen Investmentbank Lehman Brothers den größten Börsencrash der Nachkriegszeit aus, der sich zu einer globalen Finanzkrise ausweitete. Anders als Deutschland, das durch die richtige Politik gestärkt aus der Krise kam, sind einige Euro-Staaten in finanzielle Schieflage geraten. Die hohe Verschuldung Griechenlands und einiger weiterer Euro-Staaten haben sich zur Gefahr für die gesamte Wirtschafts- und Währungsunion entwickelt.

Um die Stabilität der gemeinsamen Währung zu sichern und das Vertrauen der Finanzmärkte zurückzugewinnen, haben sich die Staats- und Regierungschefs der Euro-Staaten in dieser Woche gleich zweimal getroffen, um tragfähige Lösungen zu finden. Nach einer langen Nachtsitzung konnten sie am Donnerstagmorgen einen Durchbruch bei der Rettung des Euro vermelden. Die Regierungen einigten sich mit den Banken darauf, dass letztere auf freiwilliger Basis auf 50 Prozent ihrer Forderungen gegenüber Griechenland verzichten. Daneben wurde ein sogenannter Hebel für den Rettungsschirm ESFS beschlossen. Durch den Hebel soll das Kapital von 440 Mrd. Euro auf über eine Billion Euro vergrößert werden. Damit konnte Bundeskanzlerin Merkel die zentralen deutschen Forderungen, insbesondere eine stärkere Beteiligung des Privatsektors, durchsetzen.

Neben der Lösung der akuten Probleme um Griechenland müssen wir die Krise auch an der Wurzel packen. Denn es ist keine Krise des Euro, sondern eine Krise der nationalen Haushalte, die jahrelang über ihre Verhältnisse gewirtschaftet haben. Durch die Reform des Stabilitäts- und Wachstumspaktes hat das Europäische Parlament den Pakt durch frühere, umfassendere und quasi-automatische Sanktionen gegen Defizitsünder verschärft, um künftige Schuldenkrisen zu verhindern. Europa hat den richtigen Weg eingeschlagen, so dass es langfristig gestärkt aus der Krise herauskommen kann.