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Europa ist mehr als ein Projekt der Politiker

MainPost, 20. Mai 2012

Babylonisches Sprachengewirr herrschte am Sonntag bei der Feier der Partnerschaftsjubiläen mit Mamers (40 Jahre), Rodewisch (20) und Scarlino (10) im Spitalgarten. Die Übersetzer Anja Hümpfner (Französisch-Deutsch), Thomas Klemm (Ungarisch-Deutsch) und Rainer Schäfer (Italienisch-Deutsch) waren gefragte Leute, um den Menschen aus vier Ländern zu verklickern, was da vorne aus dem Pavillon heraus gesprochen wurde.

Zwei der Redner beim Festakt anlässlich des 40-jährigen Bestehens der Städtepartnerschaft mit Mamers, der 20-jährigen mit Rodewisch und der zehnjährigen mit Scarlino machten es den Dolmetschern einfach: Europaabgeordnete Anja Weisgerber hielt ihre Rede absatzweise gleich auf Deutsch und Französisch. „Städtepartnerschaften sind für ein gemeinsames Europa ganz, ganz wichtig“ betonte sie. Gerolzhofen hat gleich vier davon und tut sich hier besonders hervor. Europa, das bedeutet für Weisgeber den interkulturellen Austausch bei Wahrung der eigenen kulturellen Identität.

Dafür gebe die Europäische Union viel Geld aus; auch die Festtage in Gerolzhofen erhielten einen Zuschuss aus europäischen Töpfen. Ein gemeinsames Europa dürfe nicht ein Projekt der Politiker, sondern müsse eines der Menschen sein. Diese Absicht verfolgen Städtepartnerschaften. „Ohne die Menschen wird Europa ein Zweckverband wirtschaftlicher Interessen sein“, so Weisgerber. Ein gutes Zeichen sei es, dass in Zeiten der Finanz- und Schuldenkrise die europäische Idee gemeinsam verteidigt werde.

Einmalige Errungenschaften der europäischen Einigung seien ein schon über 65 Jahre währender Friede, ein immenser Wohlstand, ein hoher Verbraucher– und Umweltschutz. Und aus den Erbfeinden Frankreich und Deutschland seien Freunde geworden, zudem ist der Eiserne Vorhang gefallen. „Ihr seid Europa“, rief die Abgeordnete den zahlreich versammelten Gerolzhöfern, Mamersern, Scarlinesen, Elekern und Rodewischern zu.

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