Auszüge aus Mainpost, 11. Mai 2009
Europatag 2009 in Hammelburg. Um die Sicherung von Frieden, Freiheit und Wohlstand durch ein vereintes Europa ging es beim Europatag in Hammelburg. Dabei stellten sich die Kandidaten zur Europawahl am 7. Juni vor.
Europa ist überall. An diesem Wochenende aber besonders in Hammelburg. Am Infostand der Europa-Union auf dem Rathausplatz tummeln sich die Bürger, um sich über Themen und Kandidaten zu informieren. Zum Beispiel über das Schengener Abkommen, Umweltschutz, gesunde Ernährung und Verbraucherschutz oder Sicherheitspolitik. Schließlich ist die Europawahl am 7. Juni nicht mehr fern. Das Schöne: Auch einige der Kandidaten zur Europawahl sind anwesend.
Sie präsentieren sich vor dem offiziellen Teil des Europatages im Remter des Rathauses erstmal bürgernah. So werden Europaabgeordnete Anja Weisgerber (CSU), Kandidatin Kerstin Westphal von der SPD und Thomas Cieslik von der FDP sofort in Beschlag genommen. Und: Hier und da beweisen Schnappschüsse, dass über Europa schon mal heiß diskutiert werden kann. Für Die Grünen ist statt der angekündigten Kandidatin Barbara Lochbihler nun Landtagsabgeordnete Simone Tolle gekommen, der Kandidat der Freien Wähler (FW), Armin Grein, wird von Parteikollege Günther Felbinger vertreten. „Wir wollten alle an einen Tisch bekommen, damit sich die Bevölkerung ein besseres Bild machen kann“, sagt Organisator und Bezirksvorsitzender der Europa-Union, Hans-Dieter Scherpf…
Bei der offiziellen Kandidaten-Vorstellung zitiert Europaabgeordnete Weisgerber, die in drei Ausschüssen (Umwelt, Binnenmarkt, und Soziales) vertreten ist, Konrad Adenauer: „Die Einheit Europas war ein Traum weniger, sie wurde eine Hoffnung für viele und sie ist heute eine Notwendigkeit für alle.“ Kürzer und treffender, so die 33-jährige Rechtsanwältin aus dem Landkreis Schweinfurt, könne man zu Europa nicht Stellung nehmen. Und: Die CSU habe Bayern im Herzen und Europa im Blick. „Wir sagen Ja zu Europa, denn es sichert uns Frieden, Freiheit und Wohlstand.“ Aber: „Wir wollen kein bürokratisches und zentralistisches Europa, sondern mehr Europa im Großen, weniger im Kleinen“, so Weisgerber.
Auch die gelernte Erzieherin Kerstin Westphal, hält eine flammende Rede für Europa. Seit zwölf Jahren sammelt sie Erfahrung als Stadträtin in Schweinfurt und weiß nach eigenen Aussagen, „wo der Schuh drückt“. Die SPD, sagt sie, habe schon seit 1925 die Vision der Vereinigten Staaten von Europa festgeschrieben. Sie wolle sich in Europa und in Deutschland für den Mindestlohn einsetzten und für „gleichen Lohn für gleiche Arbeit“. „Ich werde mich auch für die Gleichstellung der Geschlechter und eine bessere Kinderbetreuung in einem sozialen Europa stark machen“, so Westphal…
Dass Europa ganz nah ist, beweist auch auch der stellvertretende Landrat von Bad Kissingen, Emil Müller: Er stellt den Zuhörern verschiedene Projekte vor, die im Landkreis Bad Kissingen von der Europäischen Union gefördert werden. Etwa 1,8 Millionen Euro seien in die Region geflossen, um die „Lebensverhältnisse zu verbessern“. Fördermittel hätten dazu beigetragen, dass zum Beispiel die Ruine Trimburg erhalten bleibe. Auch in die Gestaltung der Hammelburger Museumsinsel seien Europa-Gelder geflossen. Weitere Beispiele: Die Energieagentur Bayerische Rhön oder das Saale-Musicum. „Europa ist eine große Chance“, so Müller. Eine Chance, die Roland May, Geschäftsführer der „CityUse“ (Unterfränkischer Service für Energiedienstleistungen) in Bad Neustadt, gleich ergreift. Er bittet die Kandidaten, sich in Brüssel für die kleinen und mittleren kommunalen Versorgungswerke einzusetzen und „die notwendigen Rahmenbedingungen zu schaffen, damit wir dem Wettbewerb standhalten können“.
Zufrieden zeigt sich am Ende der Veranstaltung bei einem Glas Hammelburger Wein Vorsitzender Scherpf. Damit die geringe Wahlbeteiligung von 2004 (43 Prozent) überschritten werde, verweist er auf die Briefwahl. Denn: „Der Termin liegt mitten in den Pfingstferien.“ Briefwahl werden auch Heinz und Rosemarie Schauer beantragen. Nach der Vorstellung der Kandidaten hat sich jetzt ihr Bild verfestigt. „Wir werden auf jeden Fall unser Kreuzchen setzen.
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