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EU-Zulassung: Bilanz gezogen

Bayerisches Landwirtschaftliches Wochenblatt, 22. Januar 2010

Seit 1. Januar 2010 benötigen Schlachtbetriebe eine EU-Zulassung. Gesundheitsstaatssekretärin Melanie Huml zog Bilanz zur Situation in Bayern: „Nahezu 98 Prozent der Betriebe, die eine Zulassung benötigen, haben einen Antrag gestellt. Über 98 Prozent der Betriebe wurden bis 31. Dezember 2009 auch zugelassen. Lediglich sieben Anträge wurden abgelehnt.“ Damit sind nun in Bayern 3243 Betriebe zugelassen. Aufgrund der vielen Anträge zum Ende des Jahres wurden saisonal schlachtende Betriebe, darunter vor allem Schaf- und Wildhalter, zurückgestellt. Ihre Anträge werden in diesen Monaten bearbeitet, damit sie rechtzeitig zu Ostern weiterschlachten können. Sobald sie die Voraussetzungen erfüllten, würden sie zugelassen. Entgegen vielen Befürchtungen habe es in Bayern keinen Strukturwandel gegeben, so die Staatssekretärin. Auch kleine und Kleinstbetriebe könnten künftig weiter schlachten.
Zufrieden äußerten sich auch Georg Kleeblatt, Landesinnungsmeister des Fleischerverbandes. Sein Resümee: „Wer die Zulassung braucht und will, der bekommt sie.“ Die dafür nötigen Investitionen seinen Investitionen in die Zukunft gewesen. Manche Betriebe hätten hier einen Nachholbedarf gehabt. Diejenigen, die sich abschrecken lassen haben, hätten keinen Grund dazu gehabt.
Im Übrigen kann die Zulassung auch jetzt noch jederzeit beantragt werden. Ist die genehmigt, kann wieder geschlachtet werden.
Zahlen, wie viele Kleinbetriebe aus Angst vor Investitionen die Zulassung nicht beantragt haben, können nicht vorgelegt werden. Denn es gibt weder eine Gesamtaufstellung aller schlachtenden Betriebe, noch weiß man, aus welchem Grund jemand aufgehört hat zu schlachten.
Die EU-Abgeordnete Anja Weisgerber betonte, dass die Zulassung zwei Vorteile bringe: Die Betriebe können mit dem Siegel werben. Zudem herrschen jetzt in Europa einheitliche Wettbewerbsbedingungen.