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EU verschärft Kontrolle der Arzneimittel

Auszüge aus Main Post, 23. September 2010

Die Zahlen sind erschreckend: Fünf von 100 Patienten liegen im Krankenhaus, weil sie das falsche Medikament eingenommen oder das richtige Präparat falsch angewendet haben. Auf rund 197 000 schätzt die EU-Kommission sogar die Zahl der Todesopfer, die jedes Jahr wegen unbekannter Nebenwirkungen von Pillen, Tropfen oder Injektionen ihr Leben lassen.

„Mit den neuen Regeln, die wir jetzt verabschiedet haben, wären viele Mittel früher vom Markt genommen haben“, sagt der CDU-Europa-Abgeordneter Peter Liese, selbst Arzt. Mit großer Mehrheit verabschiedeten die europäischen Volksvertreter in Straßburg in dieser Woche ein Gesetz zur Verbesserung der Arzneimittelkontrolle. Künftig dürfen die Überwachungsbehörden auch nach einer Zulassung Daten von der Pharmabranche anfordern. Man will Nebenwirkungen systematischer erfassen.

Infos online
Und da, wie der Vizepräsident der Bundesärztekammer, Frank-Ulrich Montgomery, zugibt, auch Mediziner „nicht alles melden“, können die Patienten sich selbst an der Sammlung von Informationen beteiligen – online oder in Schriftform.

Bis 2012 haben die Mitgliedstaaten nun Zeit, im Internet öffentlich zugängliche Datenbanken aufzubauen, die „geprüfte Informationen“ vorhalten. Auch die Beipackzettel werden in allen europäischen Sprachen verfügbar sein. „Damit ist man bei Verlust oder Reisen ins Ausland nicht mehr aufgeschmissen, wenn man ein Präparat braucht“, sagt die zuständige Fachfrau der konservativen Parlamentsfraktion, Anja Weisgerber (CSU).

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