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EU nicht um jeden Preis und nicht zum Nachteil

Fränkischer Tag

Bewerberin für das Europa-Parlament, Dr. Anja Weisgerber, sprach beim Kreisverband der Jungen Union

Kreis Hassberge: Beim Jahresabschlussessen der Jungen Union (JU) Haßberge in Nassach (Gemeinde Aidhausen) war die 27-jährige Juristin Dr. Anja Weisgerber aus Schwebheim zu Gast, die nach dem Willen der Jungen Union Unterfranken die Nachfolge von Ursula Schleicher im Europäischen Parlament antreten solle.

Zunächst hielt JU-Kreisvorsitzender Jochen Steppert (Neubrunn) einen Rückblick über die Arbeit der vergangenen zwölf Monate und zog eine positive Bilanz der politischen Nachwuchsorganisation. Steppert verwies auf Veranstaltungen zum Thema "Generationengerechtigkeit" in Hassfurt unter dem Motto "Abstieg oder Aufbruch – zahlen die Jungen die Zeche?" oder in Sand zu dem Thema "Politik in Deutschland – sind wir Jungen die Dummen?", bei denen die JU eine gerechte Verteilung der Lasten der demographischen Entwicklung zwischen Jung und Alt forderte.

Klausurtagung und Federweißenabend

Aber auch andere Themen, wie der Irakkonflikt oder die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland wurden lebhaft diskutiert. Höhepunkte waren die gemeinsame Klausurtagung mit der Jungen Union Rhön-Grabfeld und der Federweißenabend zur Landtagswahl, bei dem die CSU-Kandidaten sich den Fragen der JU-Mitglieder stellten.

Steppert verwies auch auf die innerparteilichen Erfolge. So gelang es, den Ortsverband Ebelsbach zu beleben, der sich prächtig entwickle. Als ganz besonderen Erfolg wertete Steppert die Wahl seines Vorgängers Steffen Vogel (Maroldsweisach) zum Vorsitzenden der Jungen Union Unterfranken. Damit stehe nach Albert Meyer erst zum zweiten Male ein Mann aus dem Landkreis Hassberge an der Spitze des 3000 Mitglieder zählenden Nachwuchsverbands.

Steppert dankte in diesem Zusammenhang Vogel nochmals ausdrücklich für die Arbeit während der sechs Jahre, in denen er als Maroldsweisacher Zweiter Bürgermeister und Kreisrat an der Spitze der JU-Hassberge stand, und übergab einen Straßenatlas mit sämtlichen Stadtplänen, damit sich der "Bezirkschef" auch nicht so oft im großen Unterfranken verfahre. Ferner verwies Steppert auf die Wahl von Dorothee Mantel zur stellvertretenden Landesvorsitzenden der JU in Bayern. Damit verfüge die Kreis-JU nicht nur über den "ersten Mann" der JU in Unterfranken, sondern sogar über die "erste" Frau in ganz Bayern.

Der Kreisvorsitzende dankte Dorothee Mantel, dass sie die JU-Mitglieder zu einer Informationsfahrt nach Berlin einlud. Dort konnte sich der heimische Parteinachwuchs vor Ort über die politische Arbeit der Abgeordneten und des Bundestages informieren.

Gute Chancen als Kandidatin für die EU

Anschließend ergriff Anja Weisgerber das Wort, um ihre Vorstellungen für das Europäische Parlament darzulegen. Zunächst erörterte Weisgerber die Situation in Unterfranken. Sie bewertete ihre Chancen als Bewerberin der CSU Unterfranken für das Europäische Parlament als gut, nachdem die JU Unterfranken und der CSU-Kreisverband Schweinfurt sie einstimmig als Kandidatin vorgeschlagen haben. Auch in den anderen CSU-Kreisverbänden fand sie Rückhalt für ihre Kandidatur, wie geschildert wurde.

Angesprochen auf ihre Jugend verwies Weisgerber darauf, dass auch viele andere Persönlichkeiten sehr jung in Parlamente eingezogen seien, dann Erfahrung sammelten und später höhere politische Ämter bekleideten. Als 50-jähriger "Neuling" sei dies oftmals nicht zu erreichen.

Brüssel ist wichtiger als München geworden

Die 27-jährige Juristin machte die enorme Bedeutung der europäischen Ebene deutlich. Mittlerweile würden in Europa über 70 Prozent aller Gesetze verabschiedet, so dass Brüssel wichtiger als München geworden sei. Von der Wirtschaftspolitik und Landwirtschaft über den Umweltschutz bis hin zum Arbeitsrecht werde mittlerweile alles aus Brüssel gesteuert. Hier gelte es, so Weisgerber, dem übertriebenen Bürokratismus entgegenzuwirken. "Nicht jedes Problem in Europa muss auch von Europa gelöst werden. Wir können vieles auch selber", so die JU-Bewerberin unter dem Applaus der Anwesenden.

Weisgerber machte kein Hehl daraus, dass die EU-Osterweiterung Probleme bringen wird, weshalb sie es für Unsinn hält, Ministerpräsident Stoiber Europafeindlichkeit vorzuwerfen, nur weil dieser kritisch ein Auge auf die Auswirkungen auf Bayern und da vor allem auf Ostbayern hat und nicht blauäugig alles schluckt, was in Brüssel beschlossen wird. "Es gilt, die Europäische Union voranzubringen, aber nicht um jeden Preis und nicht zum Nachteil unserer heimischen Bevölkerung", fasste Dr. Anja Weisgerber zusammen.