Mainpost, 11.06.2013
Die Zeiten, in denen glücklich strahlende Babys von Lebensmittel-Packungen lächelten, sind vorbei. Das Europäische Parlament hat am gestrigen Dienstag in Straßburg neue Vorschriften für Säuglingsnahrung erlassen. Irreführende Verpackungen, die der Mutter suggerieren, es gäbe für ihr Kleines unter zwölf Monaten etwas Besseres als die eigene Milch, müssen dann vom Markt verschwinden.
Bei der Produktion soll der Einsatz von Pestiziden beschränkt werden. „Wir wollen verhindern, dass durch beschönigende Fotos der Eindruck erweckt wird, Ersatzprodukte seien besser als das natürliche Stillen“ sagte die CSU-Europa-Abgeordnete Anja Weisgerber. „Muttermilch ist die gesündeste Nahrung für Säuglinge und Vermarktungsstrategien der Hersteller von Ersatzprodukten sollen Eltern nicht vom Gegenteil überzeugen dürfen“, erklärte die Grünen-Fraktionschefin Rebecca Harms.
Damit nicht genug. Höchst unzufrieden sind die europäischen Ernährungswissenschaftler auch mit der sogenannten Kinder- oder Wachstumsmilch. Dabei handelt es sich um Erzeugnisse, die für Mädchen und Jungen bis zu drei Jahren bestimmt sind, deren positiver Einfluss auf die Gesundheit der Kleinkinder aber umstritten ist. In einigen Fällen könne es sogar zu Schädigungen kommen, hieß es gestern in Straßburg. Nun soll die EU-Kommission eine Studie in Auftrag geben, um gesicherte Erkenntnisse zu sammeln.
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