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EU-KOMMISSION LEGT NEUEN VORSCHLAG ZU PATIENTENINFORMATION VOR

www.gesundheit-adhoc.de, 11. Oktober 2011

Patienten sollen in Zukunft mehr Informationen über verschreibungspflichtige Arzneimittel erhalten. Werbung bleibt aber nach wie vor streng verboten. Dies ist der wesentliche Inhalt eines überarbeiteten Vorschlags, den EU-Gesundheitskommissar John Dalli heute in Brüssel vorlegte. Dalli folgt damit in weiten Teilen den Vorschlägen des Europäischen Parlaments. Die Europaabgeordneten hatten den ursprünglichen Vorschlag, der im Jahr 2008 von dem damaligen Industriekommissar Günter Verheugen vorgelegt wurde, abgelehnt und gründlich überarbeitet. Sie nahmen damit die Kritik von Ärzten, Apothekern und Verbraucherorganisationen auf. Darauf wies der CDU-Europaabgeordnete Dr. Peter Liese hin.

„Wir haben mit unserer Abstimmung im Europäischen Parlament dafür gesorgt, dass der mündige Patient im Mittelpunkt der Gesetzgebung steht und die Informationen bekommt, die er sich wünscht und die er braucht“, so die gesundheitspolitische Sprecherin der CSU-Gruppe im Europäischen Parlament, Dr. Anja Weisgerber.

„Der Verheugen-Vorschlag wurde vielfach als Lockerung des Werbeverbotes für verschreibungspflichtige Arzneimittel interpretiert. In der Parlamentsposition, der die Kommission jetzt weitestgehend gefolgt ist, sind zahlreiche Sicherheitsvorkehrungen enthalten, die es der Industrie eben nicht ermöglichen, Werbung für ihre Produkte zu verbreiten. Die wichtigste Änderung besteht darin, dass Informationen, die die Industrie an Patienten gibt, vor der Veröffentlichung grundsätzlich genehmigt werden müssen. Damit soll ausgeschlossen werden, dass Pharmafirmen beispielsweise die Nebenwirkungen verharmlosen und die Wirkung übertrieben positiv darstellen“, so der Arzt und Europaabgeordnete Dr. med. Peter Liese.

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„Es gibt in Deutschland bereits eine Reihe von guten unabhängigen Informationen. Bereits heute stellt das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) beispielsweise gute und unabhängige Informationen für Patienten zur Verfügung (http://www.gesundheitsinformation.de). Im Rahmen der Richtlinie über Pharmakovigilanz wurde bereits beschlossen eine EU-Datenbank aufzubauen und diese mit den Datenbanken in den Mitgliedsstaaten zu vernetzen. Das ganze muss im Sinne der Patienten aber noch ausgebaut werden“, so Liese abschließend. Auch Anja Weisgerber setzt sich für die Einführung von Gesundheitsportalen ein: „Immer mehr Menschen suchen nach Informationen im Internet – dort finden sie aber schlechte und ungeprüfte Angaben. „Dr. Google“ ist keine verlässliche Quelle. Dem müssen wir eine gute, geprüfte Alternative entgegen setzen“.