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EU-Fördergelder: Wer sie bekommt

Sonntagsanzeiger

"Förderleitfaden" für Unterfranken vorgestellt - kostenfrei im Internet

Brüssel/Würzburg (clap). Unterfranken hat in den letzten Jahren erheblich von europäischen Fördermitteln profitiert. Von 2000 bis 2006 flossen mehr als 60 Millionen Euro in unsere Region. Investiert wurde in Städtepartnerschaften, Bildung, Infrastruktur, Dorferneuerung, Wirtschafts- und Beschäftigungsförderungen und vieles mehr. Damit in unserer Region künftig noch mehr von Fördermitteln profitiert werden kann, hat Dr. Anja Weisgerber, europäische Abgeordnete für Unterfranken, einen "Förderleitfaden" erstellt. Licht in den Förderdschungel soll er bringen, die Chancen auf europäische Förderung aufzeigen und Hilfe bei der Beantragung liefern. Denn viele nutzen diese Chance noch nicht, fürchten die Bürokratie und halten es für zu schwierig oder umständlich, an Fördergelder zu kommen. Aufgezeigt im Förderleitfaden sind die Ziele der EU-Förderprogramme, Begünstigte, Umfang und vielleicht am wichtigsten: Ansprechpartner für die Beantragung.

Ab 2007: Hilfen für alle

Als besonders wichtig für Unterfranken werden die Programme EFRE (Europäischer Fonds für Regionale Entwicklung) und ESF (Europäischer Sozialfonds) angesehen. Denn mit 2007 werden sich neue Chancen auf Förderungen ergeben. Durch die Änderungen im EFRE erhalten ab 2007 alle kreisfreien Städte und Landkreise, Unternehmen und Hochschulen die Möglichkeit, sich um Strukturfördermittel zu bewerben. Bisher war das nur in einigen strukturell schwachen Gebieten möglich. Der ESF wird im Arbeitsmarkt eingesetzt. Er hilft Arbeitnehmern, sich höher zu qualifizieren, Mitgliedstaaten dabei, Arbeitslosigkeit zu bekämpfen, Menschen im Arbeitsmarkt zu halten und Ausbildungsmaßnahmen zu fördern. Wichtig auch: die Förderung des ländlichen Raums. Die Direktzahlungen an die unterfränkischen Landwirte und Agrarbetriebe lagen in den letzten Jahren konstant bei 100 Millionen Euro.

Alle können profitieren

Aber nicht nur Städte, Landkreise, Verbände können von europäischen Förderungen profitieren, siehe das Erasmus-Programm für Studenten. Ein weiteres Beispiel: Lauf des Förderleitfadens können sich Teilnehmer von Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen zur Förderung ihrer persönlichen Entwicklung, ihrer Beschäftigungsfähigkeit und ihrer Teilnahme am europäischen Arbeitsmarkt um die Teilnahme am Förderprogramm "Leonardo da Vinci" bewerben. Gefördert werden Austauschprojekte für Personen, die an beruflichen Bildungsgängen teilnehmen, Lehrkräfte, Ausbilder, etc. Von 2007 bis 2013 werden dafür allein 1,75 Milliarden Euro zur Verfügung stehen.

Erstellt wurde der Förderleitfaden mit Hilfe aller Bürgermeister der Region, der Regierung von Unterfranken, Landkreisen, Verbänden, Handwerkskammer, Gründerzentren. Natürlich kommt nicht jedes gute Projekt automatisch in den Genuss der Förderung. Aber: Wo welche Gelder hinfließen, wird immer stärker dezentralisiert in den bayerischen Ministerien oder in der Regierung von Unterfranken entschieden, nicht mehr so sehr im entfernten Brüssel. Erhältlich ist der Förderleitfaden kostenfrei im Internet unter www.foerderleitfaden.de (ab der 47. KW), bei HWK, IHK, TGZ, Landratsämtern, im Europa-Büro von Dr. Anja Weisgerber, Karl-Götz-Str. 17, Schweinfurt, Tel. 09723/934370, Fax. 09723/934385, www.anja-weisgerber.de.