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Erstes Familienfest der CSU mit vielen "offenen Begegnungen" zwischen Bürgern und Politprofis

www.swex.de, 28. Mai 2011

Auf dem Schweinfurter Marktplatz war heute "Tag des Sports". Der Volksfestplatz war mit dem beliebten Rotkreuz-Flohmarkt und dessen Besuchern voll belegt. Vossiek feierte heute ein großes Firmenhoffest. Und die unterfränkische CSU lud - erstmals  in ihrer Geschichte - zu einem Familienfest auf den Schillerplatz. Von der Konkurrenz der anderen Veranstaltungen spürten die Christsozialen nach eigenem Bekunden nicht viel. Es habe "großes Interesse und immer guter Andrang" geherrscht, hieß es beim Besuch des SWEX-Reporters  gegen 14 Uhr; und: "Die Bürger sind sehr offen auf uns zugegangen", freute sich Bezirksgeschäftsführer Gerhard Schmitt, Mitinitiator der bayernweit bislang einmaligen  Veranstaltung dieses Formats, die er am Dienstag bei einem Bezirksgeschäftsführertreffen  in München auch seinen Kollegen "wärmstens ans Herz legen" möchte.

Die rüstige ältere Dame am Glücksrad der Jungen Union stand vielleicht
sinnbildlich für das zentrale Anliegen der CSU an diesem Tag: Menschen generationsübergreifend  ins Gespräch zu bringen über familienpolitische Themen, den Austausch zwischen Politikern (und solchen die es werden wollen) und Bürgern zu fördern, Alltagserfahrungen zu sammeln und für die politische Arbeit in den Parlamenten zu nutzen. Einige der hochkarätigen  Funktionsträger vor Ort nahmen letzteres sehr ernst - Bildungspolitiker und  Landtagsabgeordneter Berthold Rüth etwa, der vom Untermain nach Schweinfurt  gereist war und bis kurz vor Festende Rede und Antwort stand; und auch Dr. Anja Weisgerber,  Europaparlamentarierin aus Schwebheim, die das fest mit initiiert hatte und eifrig  zwischen den Biertischgranituren hin und her pendelte, um möglichst viele persönliche Gespräche zu führen. Und auch Michael Glos sowie CSU-Stadtrats-Fraktionschef Stefan  Funk nahmen sich Zeit für die Bürgerbegegnungen.

Andere kamen nach der ungewöhnlich lang andauernden  CSU-Bezirksvorstandssitzung nur auf einen Sprung zum Schillerplatz hinüber, um zu sehen  und gesehen zu werden - und machten sich dann relativ rasch
wieder aus dem Staub. CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt muss man wohl zwischen diesen  beiden Extremen einsortieren - er war knapp zwei Stunden bei dem Fest, das offiziell  von 11 Uhr bis 16 Uhr dauerte und mit kurzweiligen Auftritten und Interviews auf einer Showbühne garniert wurde, moderiert von Steffi Stockinger, Jung-Stadträtin und angehende
 "Medienmanagerin", die derzeit an ihrem FH-Diplom werkelt. Sie versuchte Parteifreunden - wie  Schweinfurts OB Sebastian Remelé - familienpolitische Statements und persönliche Anekdoten  aus dem Familienalltag zu entlocken und präsentierte kulturelle Intermezzi, wie den Auftritt  junger Volkstänzer aus einem Spätaussiedler-Integrationsprojekt.

Für Kinder gab's auf dem Schillerplatz allerlei Kurzweil - vom Spielbus Max über eine Hüpfburg  bis hin zum Märchenzelt und dem Kasperletheater sowie einem kleinen Streichelzoo des Wildparks -,  für Erwachsene eine Kaffee- und Kuchenbar und außerdem wurde Kulinarisches aus aller Herren  Länder geboten. Daneben informierten Firmen und halbstaatliche Stellen zum Thema "Frauen im Beruf"  und natürlich präsentierte sich auch die CSU sehr prominent, verteilte allerlei Werbemittel und  wäre auch spontanen Beitritten nicht abgeneigt gewesen. Ob es die heute gab, ist nicht bekannt;  doch viele mögen die Partei, die einst in Bayern mit absoluter Mehrheit regierte und darüber
 wohl etwas ihr Gespür für die Menschen und deren Anliegen einbüßte, von einer neuen, sympathischen  Seite kennen gelernt haben. Die wohl nicht ganz ernst gemeinte Frage später Besucher, ob die  CSU hier möglicherweise schon ein "Abschaltfest" für das Kernkraftwerk Grafenrheinfeld begehe, stieß bei den Vertretern der inzwischen zur Anti-Atom-Bewegung gewandelten Partei indes schon  noch auf Befremden. Anja Weisgerber immerhin bezeichnete es als "wichtig, dass wir uns jetzt  auf den Ausstieg festgelegt haben. Ob der nun 2021 oder zwei Jahre früher oder später kommt,  ist letztlich nicht mehr relevant."