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EP-Abgeordnete wollen Wasserstoffautos fördern

Dow Jones Europa Aktuell, 28. Mai 2008

BRÜSSEL (Dow Jones) Mit Wasserstoff betriebene Autos und Motorräder sollen in der EU künftig nach einheitlichen Kriterien zugelassen werden, um die Verbreitung dieser Technologie zu fördern. Der federführende Binnenmarktausschuss des Europäischen Parlaments befürwortete am Dienstag in erster Lesung einen entsprechenden Verordnungsvorschlag der EU-Kommission. Wasserstoffautos sind bisher nicht in das EG-System zur Typengenehmigung einbezogen. Es bestehe daher die Gefahr, dass individuelle Regelungen der Mitgliedstaaten zu Sicherheitsrisiken und hohen Kosten für die Hersteller führen könnten, erklärte die Berichterstatterin, die CSU-Abgeordnete Anja Weisgerber.
Der Bericht wird jetzt dem Parlamentsplenum zur Abstimmung vorgelegt. Auch der EU-Ministerrat muss dem Vorschlag zustimmen. Wasserstoff gehört zu den Hoffnungsträgern der EU, um die Abhängigkeit von Erdöl zu verringern und die Luftverschmutzung zu senken. Ein EU-einheitliches Zulassungsverfahren gilt als Mindestvoraussetzung dafür, dass Wasserstofffahrzeuge überhaupt zur Marktreife geführt werden können. lndustriekommissar Günter Verheugen hat große Erwartungen allerdings gedämpft. Er geht nicht davon aus, dass es in den nächsten zehn Jahren Wasserstoffautos „in relevanter Zahl" geben wird. Man dürfe sich aber keine Möglichkeiten verbauen.
Die Kommission hat vorgeschlagen, Wasserstoffautos in das allgemeine Kfz-Typengenehmigungssystem der EG aufzunehmen. Das würde dazu führen, dass Modelle, die in einem Mitgliedstaat zugelassen wurden, automatisch in allen anderen EU-Ländern auch akzeptiert werden. Die Kommission erhofft sich davon die Marktreife von mehr Wasserstofffahrzeugen sowie eine Kostenersparnis für die Hersteller von bis zu 124 Mio. EUR zwischen 2017 und 2025. Als weltweit erster Hersteller hatte BMW 2006 ein Serienauto mit Wasserstoffantrieb präsentiert Auch in den USA und Asien wird diese Technologie forciert.