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Elektromobilität in ganz Unterfranken

Main Echo, 18. Januar 2011

Industrie, Wirtschaft, Handwerk und Hochschulen aus ganz Unterfranken sind gefragt: Aus der »Modellstadt für Elektromobilität« Bad Neustadt an der Saale (Menes) soll eine ganze Modellregion werden. Insgesamt 10 Millionen Euro bekommt der Standort vom Freistaat Bayern als Fördermittel in diesem und im nächsten Jahr.

»Jetzt müssen mit Partnern aus ganz Unterfranken konkrete Konzepte entwickelt werden, um diesen Förderrahmen auszufüllen«, sagt Thomas Habermann, Landrat des Kreises Rhön-Grabfeld.
Ein konkretes Projekt gibt es bereits, aus München mit zusätzlichen 4,5 Millionen Euro gefördert: Die Fachhochschule (FH) Würzburg-Schweinfurt wird in Bad Neustadt ein Technologie-Transfer-Zentrum (TTZ) für Elektromobilität errichten. Das TTZ soll die künftigen Projekte wissenschaftlich begleiten, konkrete Anwendungsmöglichkeiten entwickeln und Gründungen neuer Unternehmen unterstützen.

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Habermann informierte jetzt an der IHK in Würzburg die von der unterfränkischen Europa-Abgeordneten Anja Weisgerber (CSU) ins Leben gerufene »Arbeitsgemeinschaft Europa« mit Vertretern aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft über den Stand der Dinge. Ein Ziel von Menes sei es, ein intelligentes Stromnetz, ein sogenanntes »Smart Grid«, für Bad Neustadt zu entwickeln und aufzubauen.

Dabei sollen auch Elektrofahrzeuge als mobile Speichermedien für Strom genutzt, also die Akkus der Fahrzeuge durch moderne Technik in den Stromkreislauf integriert werden. Dafür wird ein intelligentes Leitsystem benötigt, das die Elektrofahrzeuge immer zur nächstgelegenen Ladestation führt.

Zusammen mit der Smiles AG aus Aub (Kreis Würzburg), einem Hersteller von Elektrofahrzeugen mit 15 Jahren Erfahrung, ist geplant, in Bad Neustadt ein neues Elektrofahrzeug zu bauen und Personenwagen auf Elektrobetrieb umzurüsten.

Abteilung am Fraunhofer-Institut

Am Fraunhofer-Institut für Silicat-Forschung in Würzburg soll laut Anja Weisgerber (CSU) mit Millionenförderung des Freistaats eine neue Abteilung aufgebaut werden, die effizientere Methoden der Strom-Speicherung erforschen soll.

»Bad Neustadt alleine wäre mit diesen Projekten überfordert. Wir suchen Unternehmen aus ganz Unterfranken als Partner. Jetzt ist die Zeit, in der die Kooperationen geknüpft und die Konzepte erstellt werden«, betont Landrat Habermann.

Aufgerufen sind Firmen aus dem gesamten Regierungsbezirk bis zum bayerischen Untermain. Hier könnten vor allem die Automobil-Zulieferer viel zum Modellprojekt beitragen, meint Anja Weisgerber.

Landrat Habermann ist optimistisch, dass Elektrofahrzeuge in den kommenden zehn Jahren einen Marktanteil von fünf Prozent oder mehr erreichen können: »Und darauf kann keiner verzichten.«

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