Anwältin mit Herz für unsere Heimat
Dafür stehe ich: Zuhören und Kümmern
Der Motor stottert: Wirtschaft ankurbeln
Migration begrenzen, Sicherheit stärken
Gesundheit und Pflege für alle sichern
Landwirtschaft stärken, Heimat lieben

Einsatz für den Frankenwein in Brüssel

Team für den Frankenwein (v.l.): Unterfrankens Europaabgeordnete Anja Weisgerber, EU-Kommissar Günther Oettinger, Bayerns Europaministerin Emilia Müller, die 57. Fränkische Weinkönigin Melanie Dietrich und der Vorsitzende der CSU-Europagruppe Markus Ferber. Bild: FKPH

Bayernkurier, 14. Juli 2012

Der Frankenwein steht für Lebensart, Lebensfreude und Qualität. Deshalb ist er weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt und erhält regelmäßig internationale Preise. Auch seine wirtschaftliche Bedeutung ist nicht zu unterschätzen. Jeder Euro, der aus dem Weinverkauf gewonnen wird, bringt durch kulturelle Angebote und Attraktionen das Zehnfache an Wertschöpfung für den ländlichen Raum in Franken und Bayern. Aktuell steht ein für Franken wichtiges Thema auf der Brüsseler weinbaupolitischen Agenda: Die Pflanzrechteregelung, die festlegt, auf welchen Flächen Wein abgebaut werden darf. Derzeit besteht der Anbaustopp auf europäischer Ebene bis 2014 und kann national bis 2018 verlängert werden. Die Pflanzrechte sind eng verknüpft mit dem Erhalt der Kulturlandschaft, der Biodiversität und kleiner Familienbetriebe. Fiele der Anbaustopp, dürfte überall Wein angebaut werden und das zeitaufwändige, beschwerliche Bewirtschaften der Steillagen wäre nicht mehr rentabel. Eine Aufgabe der für Franken so typischen Steillagen könnte drohen, was auch gravierende Folgen für das Landschaftsbild hätte.

Es gibt jedoch Anlass zur Hoffnung: Das Europäische Parlament hat sich mit sehr großer Mehrheit in einer Resolution des agrarpolitischen Sprechers der konservativen EVP-Fraktion Albert Deß für eine weitere Verlängerung der Pflanzrechte ausgesprochen. Dieser Druck des Parlaments hat bereits erste Früchte getragen: Die EU-Kommission hat eine hochrangige Gruppe einberufen, die bis Ende des Jahres Empfehlungen zur Zukunft der Pflanzrechte aussprechen soll. Es gilt nun, den Druck auf die EU-Kommission weiter aufrecht zu halten. Auf meine Initiative hin fand deshalb kürzlich ein weinbaupolitisches Fachgespräch mit Vertretern der Institutionen, der hochrangigen Gruppe und des bayerischen Landwirtschaftministeriums in der Bayerischen Vertretung in Brüssel statt, bei dem die fränkischen Winzer die Gelegenheit hatten, ihre Position noch einmal direkt in Europa vorzubringen. Bei einem anschließenden typischen fränkischen Weinfest im Innenhof der Vertretung konnten sich die Gäste aus ganz Europa – auch Energiekommissar Günther Oettinger war zu Gast – bei Musik, traditionellen Rundtänzen und Trachten von der Qualität des Frankenweins überzeugen.

Für die Qualität des Frankenweins stand auch bei der Weinmarktreform viel auf dem Spiel. Mit dem ursprünglichen Vorschlag der EU-Kommission hätte gedroht, dass uns in vielerlei Hinsicht das südeuropäische System einfach übergestülpt wird. Chianti oder Rioja sind aber nicht mit einem Sommeracher Katzenkopf oder einem Würzburger Stein zu vergleichen. Europaabgeordnete aus Qualitätsweinregionen – darunter auch Albert Deß und ich – hatten deshalb mit viel Herzblut im Sinne der ganz eigenen regionalen Besonderheiten gekämpft und haben die Ziele der EU-Kommission, die weit über das Ziel hinausschossen, verhindert. Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Die Winzer haben weiterhin die Möglichkeit, ihren Wein vor allem in klimatisch schlechten Jahren mit Saccharose anzureichern und auch das traditionelle Bezeichnungsrecht, das die einzigartige Vielfalt des Frankenweins widerspiegelt, bleibt erhalten.

Fest verbunden mit dem Frankenwein ist auch das Qualitätsweinsystem, das die geprüfte Qualität im Glas garantiert und erfolgreich verteidigt werden konnte. Der Frankenwein wird europaweit eng verbunden mit dem Bocksbeutel, in dem nur die qualitativ besten Weine gefüllt werden. Deshalb war es sehr wichtig, dass auch der gesetzliche Bocksbeutelschutz – auf Druck der Europaabgeordneten erhalten bleiben konnte. Auch in Zukunft werde ich mich in Brüssel für den Frankenwein einsetzen.