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Einmaliges Europazentrum in der Stadt

Bad Kissinger Anzeiger, 6. Mai 2009

Europamedaille für Dr. Michael Peter – Offizielle Eröffnung des Hauses in Hausen

Hausen. Aus einem ehemaligen Schul- und Lehrerhaus wurde ein Europazentrum, einer bundesweit einmaligen Kulturstätte im Kissinger Stadtteil Hausen. Nach einem Tag der offenen Tür im November 2008, einem Wasserschaden Anfang des Jahres 2009 erfolgte nun die offizielle Einweihung im Beisein hochrangiger Gäste.

Den Höhepunkt bildete die Würdigung von Dr. Michael Peter mit der Europamedaille der CDU/CSU-Gruppe im Europäischen Parlament für seine besonderen Verdienste um Europa durch Dr. Anja Weisgerber.

Frisch renoviert präsentieren die Vertreter von Europa-Union Bad Kissingen und Kreisverband der Jungen Europäer ihr neues Domizil in der Hausener Str. 13. In der ehemaligen Lehrerwohnung werden auf über 100 Quadratmeter die Räumlichkeiten als Büro, Küche, als Konferenzraum und als Archiv für die umfangreiche Informationssammlung zu den Ländern, Menschen und Kulturen genutzt.

Zusätzlich steht im ersten Stock ein weiterer Raum zur Verfügung. Nach Aussage von Dr. Michael Peter, Vorsitzender des Kreisverbandes der Europa-Union, besteht Interesse an weiteren Räumlichkeiten. Mit dem Europazentrum wurde ein Wunsch verwirklicht, den er 40 Jahre hatte und, damit habe man eine Lücke in der Infrastruktur der Stadt geschlossen.

Für ihn ist es ein „Multifunktionszentrum“, dass sowohl anderen Vereinen für Sitzungen und sonstige Veranstaltungen zur Verfügung stehe – aber auch für internationale Gäste genutzt werden könne. Den europäischen Kulturauftrag sieht er in der Fortsetzung des historischen Bildungsauftrages, der in den Mauern der alten Schule noch spürbar sei, so Dr. Peter in seinem Grußwort beim Festakt.

Umfangreiche Bibliothek

Davor stand jedoch die Besichtigung des Hauses, das innerhalb eines Jahres mit 800 Arbeitsstunden und der Unterstützung zahlreicher Sponsoren umgebaut und eingerichtet wurde.

Zu bestaunen gibt es dabei die umfangreiche Bibliothek mit über 1.000 Büchern, die Video-Sammlung von Dr. Peter mit schon historischen Bezügen zu vielen Aktivitäten der Stadt bzw. den organisierten Reisen sowie weitere Medien, die vor Ort abgespielt oder ausgeliehen werden können. Begrüßen konnte die Vorstandschaft der Kissinger Europa-Union – noch die Stellvertreter Hannelore Bauer, Sybille Balonier-Werner und Ulrich Feldmann sowie Schatzmeister Georg Moser und Schriftführerin Edith Schorn – zahlreiche Ehrengäste. Die der feierlichen Segnung des „Hauses der Freundschaft und Völkerverständigung“ durch Pfarrer Jochen Wilde und Pfarrer Georg Hirschbrich bewohnten. Knapp 100 Gäste schlossen sich dann dem Kissinger Jugendmusikkorps an, der zum Pfarrzentrum Hausen führte, wo der Festakt mit den Grußworten weitergeführt wurde. Nach der Begrüßung durch Dr. Michael Peter würdigte Oberbürgermeister Kay Blankenburg das Engagement der Europa-Union für die Stadt. Namentlich dankte er Dr. Kurt Federer, den langjährigen Vorsitzenden, für das Engagement der Städtepartnerschaft zu Massa und Vernon.

Weitere Unterstützung

Dem aktuellen Vorsitzenden versicherte er die Unterstützung bei weiteren Aktivitäten. „Das Europazentrum ist ein Stück mehr Europa vor der Haustüre“, so wertete Dr. Anja Weisgerber (MdEP) das Engagement des Kissinger Kreisverbandes. Hiermit wird etwas fortgeführt, was schon Adenauer erkannte: Europa ist Hoffnung und Notwendigkeit zugleich. Einig sei man sich, dass es keine Alternative gibt und Europa die beste Antwort auf die grenzüberschreitenden Herausforderungen darstellt. Hans Josef Fell (MdB) führte diesen Gedanken fort, indem er „Europa als Dach für gemeinsame Möglichkeiten“ bewertete. Das Europazentrum würdigte er als „Pionierleistung“, die beispielgebend sein sollte.

Weltoffene Region

Für den Bezirk Unterfranken sprach Karin Renner das Grußwort, in das sie die Organisation der Europa-Union mit 17.000 Mitgliedern, 15 Landesverbänden und 350 Bezirks- bzw. Kreisverbänden integrierte. Bas Kissingen mit über 300 Mitgliedern – davon 220 Mitglieder der Jungen Europäer – bezeichnete sie als Hochburg. Die politische Dimension des europäischen Gedankens stand im Mittelpunkt der Ansprache von Landrat Thomas Bold, der den Bezug zum „Europa-Haus“ in Hammelburg herstellte und damit die „Weltoffenheit der Region“ rühmte.

Als Vertreter des Landesverbandes übermittelte Edgar Hirt die besten Glückwünsche zum Europazentrum. Er bedauerte die Zurückhaltung der Jugend in Bezug auf Europa und forderte, die europäischen Entscheidungen in Brüssel als verständlicher und nachvollziehbarer darzustellen. Den Schlusspunkt setzte das Grußwort von Matthias Zürl, der als Landesvorsitzender der Jungen Europäer Bayern zur Teilnahme an der Europa-Wahl am 7. Juni aufrief.
Informationen im Internet unter www.europaunion-kg.de.