Saale-Zeitung, 23.März 2009
Frühjahrsmesse bei Landtechnik Müller - Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner zu Gast
HOLZHAUSEN. Wieder erwies sich die traditionelle Frühjahrsmesse bei Müller Landtechnik als das Mekka der Land- und Forstwirte, der Gartler und Festbesucher allgemein. Höhepunkt war der Besuch von Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner.
Die Hinweisschilder und Umleitungen, die weiten, voll belegten Parkplätze und wehende Fahnen machten auch dem letzten Zweifler klar: In Holzhausen ist der Frühling angebrochen. Und der kommt seit vielen Jahren immer in Begleitung der Frühjahrsmesse, die mittlerweile in ganz Franken und darüber hinaus bekannt ist und ein erster großer Anziehungspunkt für zigtausende Besucher, die sich endlich in die Festsaison 2009 stürzen wollen.
Viel Prominenz hat sich eingefunden. Neben der Bundesministerin Aigner war auch Alt- Minister Michael Glos da sowie die EU- Parlamentarierin Dr. Anja Weisgerber. Karl Müller brach in seiner Begrüßungsansprache eine Lanze für die Landwirtschaft, sie und die Partnerbetriebe könnten stolz auf ihre Leistungen sein. In Stall, Feld und Forst werde auf sehr hohem Niveau gearbeitet und produziert, die Moral stimme, man könne guter Dinge für die Branche sein. Die Politik forderte Müller auf, Eckdaten und Rahmen abzustecken, "den Weg gehen wir dann selbst".
Ihre Rede eröffnete die temperamentvolle Bundesministerin mit einem Lob auf die fränkischen Lande und die hier sichtbare und erlebbare Vielfalt und Stärke der Bevölkerung. Mittlerweile sei aber auch hier die Finanz- und Wirtschaftskrise für die Bürger spürbar angekommen. Mittlerweile schlage die Krise auch auf die Landwirtschaft durch, Gegenmaßnahmen seien aber ergriffen. Sonderabschreibungen, degressive Abschreibung, Schwankungsrücklagenbildung seien wieder möglich; Wegebauprogramme, Dorfentwicklungen und Stärkung des ländlichen Raumes sollen Abhilfen und Anreize schaffen. Auch über den harten Kampf in der Koalition in Sachen Neuregelung des Erbschaftssteuerrechtes wusste die Ministerin zu berichtigen.
Da 50 Milliarden Euro Umsatz im Export landwirtschaftlicher Güter und Produkte von hoher Qualität in diesem Bereich zeugen, müssten günstige Bedingungen geschaffen werden. Sie kenne die Sorgen und Nöte der Landwirte, betonte Aigner, da ihre Wurzeln selbst in der Landwirtschaft liegen.
Auch Bernhard Weiler, Präsident des unterfränkischen Bauernverbandes, machte sich vehement für die fränkische Heimat und die Landwirtschaft stark. "Unsere Region liegt mitten in Deutschland und Europa, gerade die Bayern und Franken sind daher manchmal provozierend fortschrittlich, weil eben nach allen Seiten offen und aufnahmebereit!" Dass die momentane Situation für manche Existenz gefährdend sei, den Kunden das Geld ausgehe, sei eine große Gefahr. "Doch die Bauern können was", wüssten mit der Natur umzugehen, verstünden ihr Handwerk und hätten Vertrauen verdient, endete Weiler seine Ausführungen.
Europaabgeordnete Dr. Anja Weisgerber betonte, man könne weltweit nur bestehen, wenn "wir als Europäer mit einer Stimme sprechen". Eurpa dürfe aber kein Zentralstaat werden, Eingriffe sollen nur dort erfolgen, wo sie schützen und nützen.
Mit dem Wunsch "Ring frei für Unterhaltung, Information und Vergnügen" und "Nehmen Sie das Beste aus Holzhausen mit", schloss Firmenchef Müller den offiziellen Eröffnungsteil. Und an den drei Tagen Frühjahrsmesse folgten wieder zigtausende dieser Einladung.
mna