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Ein Gefühl für Europa

Auszüge aus Mainpost, 19. April 2009

(ng) „Wer ein Gefühl dafür bekommen will, was an Europa super ist, sollte das Europäische Parlament besuchen“, meint der Sennfelder CSU-Ortsvorsitzende Jürgen Bandorf und organisierte für Mitglieder sowie für interessierte Bürger eine Fahrt nach Brüssel. Die Informationen vor Ort überzeugten. So erhielten sie auf die Kostenfrage die Antwort: Früher haben die Europäer Milliarden dafür ausgegeben, sich am Eisernen Vorhang mit Raketen zu bedrohen. Wenn 785 Abgeordnete aus 27 Ländern versuchen, Europa voranzubringen, ist jeder Euro nun viel besser angelegt.

Die einzige direkt gewählte supranationale Institution weltweit, die rund 500 Millionen Personen vertritt, wird mit den Wahlen am 7.Juni 2009 aus Kostengründen auf 736 Mitglieder, davon 99 aus Deutschland, verkleinert. Die Fahrtteilnehmer zeigten sich beeindruckt von dem riesigen Gebäudekomplex und dem voluminösen Sitzungssaal.

Von ihrer Abgeordneten Anja Weißgerber, die ganz Unterfranken vertritt, erfuhren sie, dass das Geschehen im Parlament in 22 Sprachen simultan übersetzt wird. Da die Sprache ein wichtiger Teil der kulturellen Identität ist, sollte es selbstverständlich sein, die Debatten in der Muttersprache verfolgen zu können. In der Finanzkrise zeige sich die stabilisierende Wirkung des Euro. So spotten manche Briten auf der Insel „Im Vergleich zum Euro ist das Pfund nur noch 300 Gramm wert!“.

Fast alle EU-Entscheidungen haben - so Weisgerber - Auswirkungen auf unsere Region. Werden Pflanzenschutzmittel verboten, sind beispielsweise Obst- und Weinbauern, Blumenzüchter, Landwirte sowie Hobbygärtner betroffen.

Dies machte auch der Besuch in der Bayerischen Vertretung in Brüssel deutlich. Ministerialrat Philipp Stiel, verantwortlich unter anderem für Medienpolitik und Öffentlichkeitsarbeit, berichtete über Aufgaben und Einflussnahme der Länder auf die Europapolitik. Hier werden vor allem nationale Interessen und die Anliegen Bayerns bis ins Detail mit den Parlamentariern erörtert. Deshalb sei die Bedeutung der „Bayerischen Botschaft“ oft bis in einzelne Gemeinden oder auch Unternehmen zu spüren.