MainPost, 04. Juli 2011
Auf seine alten Tage ist Michael Glos noch Jäger geworden – und das ist kein Zufall. Mit der (nicht einfachen) Jägerprüfung hat Glos jetzt Kritikern noch einmal gezeigt, dass er keineswegs zu alt ist, um sich in neue Themen einzuarbeiten. Nun kokettiert der 66-Jährige ungehemmt damit, dass er sich drei Jahre lang Jungjäger nennen darf.
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Nach 18 Jahren gab Glos am Samstag in Waigolshausen (Lkr. Schweinfurt) mit dem Vorsitz der unterfränkischen CSU sein wichtigstes Parteiamt ab. Er bekam zum Abschied einen Jagdrucksack und einen Sitzstock geschenkt – verbunden mit dem hintersinnigen Rat seines Stellvertreters Eberhard Sinner (Lohr), er möge „immer ins Schwarze treffen“.
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Der bayerische Innenstaatssekretär Gerhard Eck wurde mit 160 von 167 gültigen Stimmen zum neuen Bezirksvorsitzenden gewählt. „Ich bin überwältigt“, sagte Eck, der sich ausdrücklich „als Teamspieler“ bezeichnete und um Unterstützung warb.
Auf einem weitgehend von Harmonie getragenen Parteitag der unterfränkischen CSU sorgte nur das erstmalige Erreichen der geforderten Frauenquote in Parteiämtern (40 Prozent) kurzzeitig für Aufregung. Zwar hatte Glos sich im Vorfeld optimistisch gezeigt, dass dies in Unterfranken ohne Probleme erreicht wird. Es gebe ein „sehr gutes natürliches Angebot an sehr qualifizierten Frauen“ in der unterfränkischen CSU. Bei den Wahlen zum Bezirksvorstand wurde die Quote aber zunächst knapp verpasst, obwohl sich eine Reihe geeigneter Kandidatinnen zur Wahl gestellt hatte.
Der mit dem besten Ergebnis als Beisitzer gewählte Erwin Dotzel gab daraufhin zunächst bekannt, er werde auf das Mandat verzichten und einer Frau Platz machen. Dagegen gab es heftige Proteste von weiblichen Delegierten: „Die Frauen brauchen keine Geschenke“, rief eine.
Statt Dotzel verzichtete Landrat Thomas Habermann aus dem Rhön-Grabfeld-Kreis auf das Amt eines Beisitzers. So wurde die geforderte Quote mit 42 Prozent sogar übertroffen. „Vom Parteitag geht das Signal aus: Die CSU wird weiblicher“, freute sich die erleichterte Vorsitzende der Frauen-Union Anja Weisgerber.
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