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Duftstoffe vertreiben in Großlangheim Weinbergsschädlinge

Auszug aus Mainpost, 11. August 2010

„Gemeinsam sind wir stark“, dieses Zitat war am Dienstagabend bei einem Pressetermin in den Großlangheimer Weinbergen immer wieder zu hören. Auch von Anja Weisgerber, CSU-Europaabgeordnete und Vertreterin Bayerns in Umweltfragen, die auf Einladung des örtlichen Weinbauvereins in die Winzergemeinde gekommen war.

Der Anlass: Im Frühjahr dieses Jahres hatten 60 Winzer unter der Regie des örtlichen Weinbauvereins auf der gesamten, circa 80 Hektar umfassenden Weinbergsfläche Ampullen mit dem Duftstoff RAK I und II ausgebracht, mit der Traubenwickler auf schonende Weise aus dem Weinberg vertrieben wird. Vor Ort wollte man nun Politikern und Führungskräften des Weinbauverbandes die Möglichkeit geben, sich über diese Gemeinschaftsaktion der Winzer ein Bild zu verschaffen.

Größte RAK-Fläche in Franken

„Wir sind stolz darauf, dass Großlangheim die größte RAK-Fläche in Franken nachweisen kann“, sagte die Vorsitzende des Weinbauvereins Annette Droll bei der Begrüßung und fügte hinzu: „Alle haben bei dieser Aktion mitgeholfen und an einen Strang gezogen.“

Dass der Weg zur biologischen Traubenwicklerbekämpfung nicht immer ein leichter war, das verdeutlichte Droll immer wieder. „Aber der Gemeinschaftsgeist war super, und so konnten wir unser Ziel, die Winzer in ein Boot zu bringen, auch ohne Schwierigkeiten umsetzen.“ Zumal RAK-Projekte ab einer Mindestfläche von drei Hektar gefördert werden. Unterstützt wurden die Großlangheimer Winzer vom Weinbauring.

Gemeinschaftsaktion der Winzer

Voll des Lobes über die Initiative des Weinbauvereins zeigte sich auch Bürgermeister Karl Höchner, selbst treibende Kraft der RAK-Aktion. Die Gemeinschaftsaktion der Winzer habe eine „tolle Erfahrung und ein besonderes Erlebnis mit sich gebracht“.

Anja Weisgerber zeigte sich interessiert an der schonenden Verwirr- Methode in den Weinbergen und freute sich mit den Winzern über die geflossenen Fördergelder. Ihr Wunsch: Man sollte diesen Gemeinschaftssinn auch auf andere Projekte übertragen. Der Präsident des Fränkischen Weinbauverbandes Arthur Steinmann sprach in Verbindung mit RAK I und II von einem „tollen Effekt, den wir gegenüber der Natur bringen“. Während die Population der Nützlinge steige, habe man mit anderen Schädlingen einfach weniger zu tun. „Die Natur bringt sich selbst ins Gleichgewicht, und dazu trägt RAK sehr stark bei“, so der Weinexperte abschließend.

In Beisein der örtlichen Weinprinzessin Lisa Glaser sowie des stellvertretenden Vorsitzenden des Weinbauvereins Theo Bergmann hatte Abgeordnete Anja Weisgerber noch erfreuliche Nachrichten für die Winzer mitgebracht. So würden durch das schrittweise Auslaufen der Destillationsbeihilfen die Überschüsse von Billigweinen endlich abgebaut. Dieses Geld, das sonst nach Südeuropa geflossen ist, stehe nun auch Deutschland zur Verfügung. Für Franken gehe es um etwa 1,8 Millionen Euro. Bis 2014 sollen diese zusätzlichen Fördermittel auf 2,3 Millionen Euro erhöht werden, so Weisgerber.

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