Sonntagsanzeiger, 9. September 2007
Schweinfurt (red). Viele Landwirte kritisieren den fehlenden europäischen Binnenmarkt für Pflanzenschutzmittel: Es könne doch nicht sein, dass ein Pflanzenschutzmittel in Österreich zugelassen ist und in Deutschland nicht. Das Europaparlament hat sich des Problems angenommen und diskutiert derzeit über eine Zulassungsverordnung. Das war auch Thema der jüngsten „Jetzt red i - Europa" Diskussionsrunde des Bayerischen Fernsehens. Durch die vorgeschlagene Zulassungs-Verordnung würde sich einiges ändern.
Gemeinsame Zulassungszone
Wenn zum Beispiel in Österreich ein Pflanzschutzmittel zugelassen ist, müssten die deutschen Behörden die Zulassung im Grundsatz akzeptieren. Wie die Schwebheimer Europaabgeordnete Dr. Anja Weisgerber ausführte, lägen nach den Vorstellungen des Europaparlamentes künftig Deutschland und Österreich in einer gemeinsamen Zulassungszone. Der Markt für Pflanzenschutzmittel in Europa würde innerhalb dieser Zulassungszonen dann deutlich stärker harmonisiert.
Klimatische Verhältnisse
Die EU-Vorschläge sehen drei Zonen (Nord, Mitte, Süd) für die Harmonisierung vor, die sich an den unter¬schiedlichen Klimaverhältnissen in Europa orientieren. Diese Einteilung in drei Klimazonen gibt es, weil z. B. in Stockholm und Madrid die klimatischen und landwirtschaftlichen Bedingungen unterschiedlich sind. Der Forschritt ist: Bisher waren es 27 Zulassungsgebiete - eine pro Mitgliedstaat. Mach dem neuen Vorschlag wären es nur noch drei. An den Grenzen dieser Zonen soll es ebenfalls zu einer Flexibilisierung kommen. Hier hat Dr. Anja Weisgerber im Gesetzgebungsverfahren eine freiwillige gegenseitige Anerkennung der Zulassung von Pflanzenschutzmitteln zwischen Mitgliedstaaten an einer Klimazonengrenze vorgeschlagen.