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Dr. Anja Weisgerber und Dr. Andreas Lenz besuchen das Kompetenzzentrum für Recyclingbaustoffe der Unternehmensgruppe Glöckle

Pressemitteilung, 6. August 2026

Politik, Wissenschaft und Wirtschaft im Austausch 

Schweinfurt / Grafenrheinfeld – Wie kann die Bauwirtschaft wertvolle Rohstoffe schonen, CO₂-Emissionen reduzieren und zugleich die regionale Versorgung mit hochwertigen Baustoffen sichern? Diese Frage stand im Mittelpunkt eines fachlichen Austauschs im „Kompetenzzentrum für Recyclingbaustoffe“ der Unternehmensgruppe Glöckle in Grafenrheinfeld. Zu Gast waren Dr. Anja Weisgerber, Mitglied des Deutschen Bundestages und direkt gewählte Abgeordnete für den Wahlkreis Schweinfurt, sowie Dr. Andreas Lenz, Mitglied des Deutschen Bundestages und wirtschafts- und energiepolitischer Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion. Begleitet wurde der Termin von Prof. Dr. Jan Schmitt, Vizepräsident für Forschung und Transfer an der Technischen Hochschule Würzburg-Schweinfurt (THWS). 

„Die Bauwirtschaft steht vor der Aufgabe, Ressourcenschonung, Klimaschutz und Wirtschaftlichkeit miteinander zu verbinden. Genau hier setzen wir mit unserem Kompetenzzentrum an“, erklärt Carolin Glöckle, Geschäftsführerin der Unternehmensgruppe Glöckle. „Gerade für unsere Region ist es entscheidend, vorhandene Rohstoffe verantwortungsvoll zu nutzen, Transportwege zu verkürzen und Innovationen aus der Praxis heraus voranzutreiben.“ 

In Deutschland fallen jährlich rund 215 Millionen Tonnen Abbruchmaterial an. Davon wird aber nur ein geringer Anteil in der Beton-Herstellung verwertet. Wie Wirtschaft, Politik und Wissenschaft diese Lücke schließen können, war eine Kernfrage des Gesprächs. „Unser Anspruch ist es, nicht nur über Nachhaltigkeit zu sprechen, sondern die dafür notwendigen technischen und organisatorischen Voraussetzungen konkret zu schaffen“, so Carolin Glöckle. „Dafür brauchen wir den Schulterschluss von Baupraxis, Wissenschaft und Politik. Der heutige Austausch zeigt, dass regionale Unternehmen einen wichtigen Beitrag leisten können, wenn die Rahmenbedingungen Innovation, Kreislaufwirtschaft und verlässliche Baustoffversorgung sinnvoll zusammenführen.“

Prof. Dr. Jan Schmitt erläuterte im Rahmen des Besuchs das gemeinsame Forschungsprojekt von Glöckle und THWS am Standort Grafenrheinfeld. Dabei geht es um intelligentes Baumaterialrecycling als Baustein regionaler und zirkulärer Wertschöpfungsnetzwerke. Ziel des Projekts ist es, mineralische Baustoffe mithilfe von Sensorik, künstlicher Intelligenz und angepasster Anlagentechnik prozesssicherer aufzubereiten und hochwertig wieder in der Betonherstellung einzusetzen. Die Projektunterlagen beschreiben unter anderem KI-Module zur Fremdstoffdetektion, zur Feuchte- und Partikelgrößenbestimmung im Durchlauf sowie zur datengetriebenen Rezepturoptimierung. 

Das „Kompetenzzentrum für Recyclingbaustoffe“ versteht sich als regionales Kompetenz- und Netzwerkzentrum für nachhaltiges Bauen. Neben der Forschung und Entwicklung werden dort mineralische Baustoffe aufbereitet qualitätsgesichert und wieder in den Stoffkreislauf zurückgeführt. Damit leistet das Zentrum einen wichtigen Beitrag zur Schonung natürlicher Ressourcen, zur Förderung der Kreislaufwirtschaft und zur Stärkung regionaler Wertschöpfung.