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Die zuckersüße Versuchung

Auszug aus Mainpost, 21. Oktober 2007

Die Europäische Union (EU) will den Weinsektor bis August 2008 grundlegend verändern. Das schmeckt bei weitem nicht allen Winzern. Dennoch hält Brüssel an den Plänen fest – die Folgen werden auch die fränkischen Winzer zu spüren bekommen. Als „absoluten Unsinn“ bezeichnet Winzer Klaus-Peter Heigel aus Zeil das angedachte Verbot, Wein mit Saccharose (Zucker aus Zuckerrüben) nachzusüßen. „Das ist die sauberste und eine traditionelle Form, unseren Wein zu behandeln“, sagt der 43-Jährige, der 13,5 Hektar Weinberge bewirtschaftet.

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Die Pläne zur Weinmarktreform werden unter Winzern seit Monaten heftig diskutiert, bestätigt Heigel. Lediglich die Weinlese hatte so viel Arbeit mit sich gebracht, dass für Sorgen wenig Zeit geblieben sei. „Letztlich ist es der Job der Politiker, die Bedürfnisse von uns Winzern zu schützen. Mit den bestehenden Rahmenbedingungen können wir gut leben.“

Die unterfränkische CSU-Abgeordnete im Europäischen Parlament, Anja Weisgerber (Schwebheim), erklärte jüngst nach einem Treffen mit fränkischen Winzern, dass in Brüssel noch Kompromissvorschläge eingebracht werden könnten. „Im Agrarministerrat gibt es eine Mehrheit gegen das Verbot der Saccharose-Zugabe.“ Auch bei der Etikettierung der Weine gebe es eine Tendenz, die den Interessen der fränkischen Winzern entgegen kommt: „Das Weinbezeichnungsrecht in Deutschland ist nicht in Gefahr. Die Weinlagen bleiben erkennbar.“ Reformziel müsse es bleiben, die Wein-Überproduktion in der EU zu verringern.